...und schon wieder ein Ferienbericht aus Grossbritannien (2016)

Am nächsten Tag (übrigens Tag 10 meiner Reise), fuhr ich nochmals nach Lladudno, um auf dem korrekten Weg zum Great Orme zu gelangen. Um den Fels herum gibt es eine Einbahnstrasse, die man gegen Gebühr benutzen darf. Sie erinnert irgendwie an die schönen Küstenstrassen auf Korsika :slight_smile: Am richtigen Ort muss man abbiegen, um auf den Parkplatz zu gelangen. Nachdem ich alle meine Modelle geflogen hatte, ging ich den Dinarth Hall Campsite suchen. Der gehört einem Bauern mit viel Pferden. Man muss durch den ganzen Mist waten, um bis zur Duschen zu kommen. Sonst aber ganz i.o. :wink:

Nochmals Rundstrasse

Das Pier von oben

Da wieder Regen angesagt ist, entscheide ich mich, noch ein paar km abzuspulen. Nach Bangor auf die Insel Anglesey in das KAff mit dem Längsten Ortsnamen der Welt (kannte ich schon als Kind aus dem Guinnesssbuch…), siehe Bild. Allerdings ist der Ort eine reine Touristenfalle und nichts besonderes. Hauptsächlich Rentner werden Carweise hierher gefahren und in ein auf alte Leute spezialisiertes Einkaufszentrum gejagt.

Llanfairpw…

der besagte Rentnereinkaufstempel

Ich bin dann wieder auf die andere Insel zurück und nach Caernafon gefahren. Dort steht ein enidrückliches Schloss, das man komplett begehen kann, durch jeden Gang und auf jedes Türmchen. Auch das Wetter hat sich wieder gebessert, so dass ich endlich mal nach Snowdonia konnte. Von Llanberi fährt eine Eisenbahn auf den Mount Snowdon. Da wollte ich mal mitfahren. Leider war schon alles geschlossen, so dass ich mir einen Schlafplatz in der Gegend suchte und am nächsten Tag mein Glück versuchen wollte.

Caernafon Castle

Llyn Peris bei Llanberis (von dort aus geht die Eisenbahn auf den Snowdon)

Landschaften in Snowdonia

Ein Dampfbahnhof

Hier wäre ich gerne mal raufgelaufen, das Wetter wollte aber nicht.

Mein einsamer Schlafplatz :heart_eyes:

Ein Wok im Bus ist Hochgenuss :+1:

Tatsächlich konnte ich ein Ticket für den Zug um 1330 ergattern. Nachdem ich lange die Karte der Gegend studiert hatte, wusste ich genau, wo ich im Zug hinsetzen wollte, um die schönste Aussicht zu bekommen, und stand deshalb schon sehr früh an. Leider stand auf dem Ticket eine Platznummer, und dieser Platz war genau diagonal gegenüber von meinem Traumplatz. Grrr. Das schönste an der Fahrt war neben der Aussicht der feine Rauchgeschmack der Eisenbahn.

Mein Zug wird betankt, bzw bekohlt

Immer diese freundlichen Briten

leider war der Summit in Nebel gehüllt :cry:

…und weiter gehts wieder auf der Strasse

Die Nacht darauf verbrachte ich auf einem Campingplatz bei Beddgelert. Von da aus konnte man einem Fluss entlang zum Dorf laufen um zu essen. Leider wurde man später am Abend auf dem Platz am Fluss fast von kleinen Mücken verspeist.

Am nächsten Tag, es herrscht schönes Wetter, habe ich mich entschlossen, etwas in Snowdonia herumzufahren. Sehr schöne Gegend. Am Nachmittag erklimme ich eine Sehenswürdigkeit für Fliegerfans, nämlich einen Aussichtspunkt des “Mach Loop”. Das ist eine Tiefflugstrecke für Militärjets, und wenn man Glück hat, kann man vom Hügel herab auf die Jets sehen. Wenn denn einer kommt. So stehen dort auch ein paar sehr engagierte Fliegerfans mit ihren Totschlägerobjektiven, die teilweise aus anderen Ländern extra dafür angereist sind. Sie warten dann 12 Stunden auf Tiefflieger und frieren sich dabei die Finger ab. Natürlich kam keiner zu fliegen, als ich da oben war, aber ein bisschen plaudern und Fotos gezeigt bekommen war schon viel wert. >>so schauts aus, wenn die Tiefflieger kommen<<

Nett, wie mit richtigen Zäunen die Strasse abgesperrt wird, wenn ein Zug kommt!

Blick auf den Mach Loop

Der schicke Dorfturm von Machynlleth

Ich hab mir dann gleich vorgenommen, auf einem solchen Pass zu übernachten, und später am Abend flog noch eine Transportmaschine durchs Tal. Leider sah ich sie nur von unten. Als ich dann später noch meinen Benzinkocher auffüllte, fuhr zufällig ein Feuerwehrauto vorbei. Hupend!

Die C-130 Hercules

Blick auf mein Schlafplätzli. Bin extra auf den Berg gerannt, in der Hoffnung, das die Hercules nochmals durchfliegt.

Am Morgen wieder Regen, beim Wegfahren wurde ich noch fast abgeschossen, da die Sicht so scheisse war. Am gleichen Tag wollte ich von einer Strasse rechts abbiegen. Nicht vergessen, es ist Linksverkehr. Also Blinker setzen, abbremsen, Steuer nach rechts einschlagen… Wrrrroum, fetzt einer mit 100km/h sehr nahe rechts an mir vorbei. Dachte wohl, er überholt die Schlange hinter dem lahmen Bus, ohne zu schnallen, dass der abbiegen will. Wenn da das Timing gestimmt hätte, hätte es eine rechte Sauerei auf der Strasse gegeben, und diesen Bericht hätte niemand geschrieben.

Noch mehr T3

An Ampeln wird nie gespart :+1:

Später gabs noch einen Besuch in Shrewsburry, einer ganz schönen historischen Stadt und eine Nacht in Albrighton. Das liegt gleich neben Cosford, wo an diesen Wochenende eine Flugshow der Large Model Association stattfand. Also Modellflieger, aber nur grosse. War recht eindrücklich. Auf dem gleichen Flugplatz ist noch ein RAF-Museum, das ich ein Jahr vorher besuchte.

Ein paar Eindrücke:

Abends fuhr ich dann nach Church Stretton am Fusse des Long Mynd Hügelzugs. Wollte eigentlich auf den Campingplatz, dort war aber niemand anwesend, deshalb habe ich auf dem Hügel selbst gepennt. Eigentlich hätte ich gerne wieder mal geduscht. Den halben Tag habe ich mit Segelfliegen verbracht, die andere Hälfte mit fahren. Viel Fahren. Über Birmingham nach London. Ich wollte unbedingt mal über die Tower Bridge fahren und dann in Bromley einen Kollegen besuchen. Da Sonntag abend war, war der Verkehr in London selbst nicht wirklich übel. Auch die Congestion Charge fällt am Sonntag weg.

Fliegen auf dem Long Mynd

Besuch eines bemannten Kollegen

Die farbenfrohe Hochebende des Long Mynd

Und die Aussicht von da oben

Nix für akrophobe Busfahrer. Bei Gegenverkehr muss man noch weiter nach links ausweichen :confounded:

Fahrt durch London

Und finally…the Tower Bridge!

Danach nach Süden weiter, Region Eastbourne. Da schon lange nicht mehr geduscht, gleich auf Housedean Farm in Lewes gefahren (das ist der beste Camping in der Gegend), Platz reserviert und noch etwas an die Küste gefahren.

Seaford Cliffs

Housedean Farm

Beachy Head einen Tag später

Poserfoto am Strand

Meine Lieblingsspeise

…und ein weniger romantischer Nachtplatz bei Eastbourne

Tags darauf mit alten Kollegen noch etwas fliegen gewesen und entschlossen, noch ein paar km westwärts in ein Museum zu fahren. Da sich die Energie meiner Zusatzbatterien langsam den Ende näherte, suchte ich einen Campingplatz mit Strom. Platz Nr.1, irgendwo bei Littlehampton: viele leere Plätze. Reception leer, ich klingle. Genervt aussehende Dame betritt Raum, öffnet wortlos die Türe und setzt sich an den Schreibtisch. Ich erzähle ihr freundlich, dass ich einen Platz mit Strom für eine Nacht brauche. Die Antwort kommt aber von einem Herrn, der neben mir steht und den ich bisher nicht bemerkt habe. “well I’m afraid I cannot offer you any electricity if you want to stay less than three nights!” kam in bestimmtem Ton zurück. Nach etwas hin und her verabschiede ich mich so unhöflich wie ich empfangen wurde und fahre zu einem anderen Platz in der Nähe. Dort, völlig andere Situation: Eine ältere Lady, höflicher als die Queen selbst, empfängt mich herzlichst und hat sichtlich Freude, mich zu platzieren. Strom? Kein Problem! Und als ich ihr die Geschichte vom Nachbarsplatz erzähle, war sie richtig entsetzt. Die Fish und Chips vom Pub dort waren sehr lecker.

Fliegen am Longman

Hurra, Strom! Alles laden, Steckeradapter basteln leicht gemacht :astonished:

Nächster Tag Museum, noch etwas fliegen, Arundel besichtigen (eine Sehr schöne historische Stadt mit Kathedrale und Schloss), nochmals zum Beachy Head und dann bis Dover zum Fährenhafen. Ich wurde darauf hingewiesen, dass der französische Grund wegen den Attentaten von Nizza im Moment Stress macht und es stundenlange Wartezeiten gibt in Dover. Ich hab die Fähre am Morgen früh gebucht, das hiess, noch früher aufstehen als gedacht (war eh schon Grenzwertig für mich).

Netter Parkplatz

Arundel Castle

River Arun

Schöne alte Kirche

mal wieder ein freundlicher Hinweis :laughing:

Kathedrale von Arundel

mit einer genialen Orgel!

Dieses komische Ding in Brighton sah man schon von weitem. Keine Ahnung, was das war, hab ich noch nie gesehen dort. Bei genauem Hinschauen ists ein Aussichtsturm, wo eine Donutförmige Kabine die 100m rauffährt. Wurde ein paar Tage später eröffnet.

Das Pier von Brighton

Hübsche Beleuchtungen

Die Strecke zwischen Brighton und Eastbourne, der Aussicht wegen immer wieder gerne befahren.

Parkplatz am Hafen entpuppt sich als Halbstarken-Treffpunkt, nächtliche Rennstrecke und Lautstärken-Wettbewerbsort für Autosubwoofer. Sehr schlecht geschlafen. Zoll war kein Problem, ich bin sogar eine Fähre früher rüber.

An der belgischen Küste bei bestem Sommerwetter noch etwas an den Strand. Danach weiter, km abspulen. Vor Brüssel fast eingeschlafen auf der Autobahn, also raus, glücklicherweise schnell einen Platz am Waldrand gefunden zum schlafen. Auf der Strasse zur Autobahn versehentlich kurz wieder links gefahren. Das ist echt gefährlich, wieder rechts zu fahren!!
Irgendwo in Deutschland dann an einen Rursee in der Eifel gefahren. Dort hatte es 2 Stellplätze. Einer direkt neben einem lauten Dorffest mit schlechter Musik, ein anderer direkt am See etwas abseits. Der war super. Praktisch nur Büssli dort. Konnte sogar noch etwas baden im See :smiley:

Strand in Koksijde, Belgien. Kein anderes Land schafft es, sein ganzes Meerufer mit hässlichen Hochhäusern zu säumen.

Nachtplatz am Rursee

Der 2.letzte Tag war eine ziemliche Irrfahrt. Ich wollte erst über Monschau nach Osten nach Koblenz rüber. Dank Baustellen und schlechten Signalen habe ich nach der 3. Runde um Monschau einfach die erstbeste Strasse wewg von diesem Ort genommen. Es war dann eine gerade Rumpelpiste durch einen Wald nach Belgien. Nach ca. 20km unglaublich schlechter Strassekam ich dann in Eupen, Belgien, an. Von dort aus südwärts über den “Mont Rigi” nach Malmedy. Da das schon recht nahe an Luxembourg war, entschied ich mich, mal noch kurz durch Lux zu fahren. Irgendwann dann wieder nach Osten Richtung Trier. Dort musste ich wegen einem Dorffest so ca 20km Umweg fahren. Ich dachte, ich würde dann an der Saar ein Schlafplätzchen finden. Es hätte auch tatsächlich ein paar Plätze gehabt, aber ich hab sie ignoriert, weils noch zu früh war. Aber je näher man Saarbrücken kam, desto weniger Möglichkeiten gabs. Also noch weiter fahren. Der Weg von dort nach Karlsruhe führte nochmals durch Frankreich, durch ein riesiges Waldgebiet. So viele Bäume habe ich schon lange nicht mehr gesehen… An klingenden Ortsnamen wie “Bitsch” und “Sturzelbronn” vorbei, habe ich dann im Wald einen Schlafplatz gefunden.

Die Rumpelstrasse nach Eupen :confounded:

An der Saar

Mettlach an der Saar

Eine Schleuse bei Trier. So ein Teil (ebenfalls eine in der Nähe von Trier) ist schon seit 30 Jahren als Modell im Verkehrshaus Luzern ausgestellt. Fand ich schon immer faszinierend. Hier in Gross!

Villeroy & Boch Fabrik

Der letzte Nachtplatz

…im grossen finsteren Tannenwald.

Am letzten Tag hatte ich noch genug Zeit, die Route de Crêtes durchs Elsass mitzunehmen. Eine sehr schöne Strecke über die Vogesen, kann ich nur empfehlen. Ist nicht so weit von Basel aus. Nur das Weter war nicht so der Brüller.

Noch eins von der Route de Cretes im Elsass

…und zuletzt noch eins von mir beim Start eines Flugis auf dem Long Man

Und 5170km später war ich wieder daheim.

Ich hoffe, der Bericht hat etwas Spass gemacht :slight_smile:

für Gelangweilte:
GB 2013
GB 2014
GB 2015

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