WBX 2.1l Stehbolzen Zylinderkopf abgerissen

So, nach erfolgreicher Operation möchte ich euch den nicht vorenthalten.
Vorgeschichte war https://vwbusforum.ch/t/2-1-sr-blockiert/47247 hier.
Nun hatte ich mir dazu einen gemäss Verkäufer guten Rumpf, bei dem Wasser ins Öl gekommen ist, organisiert. Beim 1. Mal Drehen des Blocks am Motorhalter fiel dann schon der erste Stehbolzen mitsamt Hutmutter einfach raus :astonished: Mahlzeit!
Ok, Köpfe müssen ja eh runter wegen der Dichtungen. Dann mal los, so schlimm kann es ja nicht sein.
… und es kam schlimmer.

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Naja, der rausgefallene Bolzen ist ja ziemlich lang. Wo ist der wohl gebrochen?
Da gibt es diesen Murphy…

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Ich musste sogar diese Hutmutter vom Gehäuse rausdrehen, um überhaupt an eine Lösung denken zu können. Mutter direkt drauf schweissen, war nicht möchtlich. Der Wassermantel ist dort so nah, dass zwar eine M8 grad so drauf passt, aber mit Nuss und so ist dann nichts mehr. Soviel zum Platz dort unten.
Für diejenigen, welche das letzte Bild nicht so einordnen können, dass ist innen im Wassermantel nach abgezogenen Laufbuchsen und abgebautem Kolben. Das Teil im Vordergrund ist der Pleuel, drunter im Loch die Kurbelwelle.

Also was machen? Im deutschen Forum schrieb mal jemand von einem Rohr anschweissen. Okey…

Hab dann mal im Abfall gewühlt und ein Metallrohr mit 1.5mm Wandstärke gefunden. Das dann mit 1000 Verrenkungen so gut es ging an den verbleibenden Bolzen-Rest angebraten. Da hat der abgerissene Stehbolzen nur gelacht. Trotz Heizen usw. hat sich nur das Rohr verbogen, auf dem Bild gut zu erkennen.

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GRR. Das hat mir natürlich keine Ruhe gelassen.
Also heute zum Metall-Laden und Material geholt. 12x1.5mm geholt. Mutter nochmals ab, dann das 2. Rohr drüber. Unten wieder angebruzzelt und oben eine neue Mutter an jeweils beide Rohre gebraten.

Dann das Gehäuse mit dem Brenner richtig fett geheizt (Alu leitet schon heftig die Wärme wieder ab) und dann den Bolzen mit Eisspray eingeweicht und mit der fetten Rätsche drauf.
Pling, kurz vor ab ging’s dann auf.
Hier noch Bilder, wie das aussah. Ich konnte natürlich nur von einer Seite her am Stehbolzen-Stummel schweissen, aber mit ziemlich Strom gings. Der Stummel war zwar korrodiert, das Material liess sich trotzdem ziemlich gut verschweissen. Das Loch um den Pleuel hab ich mit einem zugeschnittenen Blechstück abgedeckt. Da alles schön ölig war, blieben auch Schweissspritzer nirgends kleben.

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Der war fies! Aber dem hast du’s richtig gezeigt :+1: :100:

ärgerlich wie viel zeit sowas frisst! aber schön dass das gehäuse heil geblieben ist. ende gut alles gut ,-)

gruss
siegi

Das Tool wurde heute offiziell von VW aufgenommen als T-0788203929 :blush:

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Danke für die Kommentare. Bin auch froh. Gutes Material stirbt langsam aus. Bei Motoren wie Getrieben.
Ich hoffe mal, der Rest von diesem taugt was. Wird sich bald zeigen…

1:0 für dich😃.

Hier noch ein weiteres Kuriosum. Da hat mal irgendwas auf den Kolben getrommelt :grimacing:.

Hab ich bei meinem CU auch gehabt, an 3 von 4 Kolben. Was kann das gewesen sein?

Warscheinlich ein schaden vom klopfen wegen zu heiss oder zu mager.

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Ich denke, da ist ein verbrennungsresistenter Partikel härter als Alu durch den Ansaug in den Brennraum gelangt und hat Pingpong gespielt. Habe nämlich grad gesehen, dass der ensprechende Brennraum am Kopf auch so aussieht.

Mal noch eine Frage zu den WMD. Bis jetzt habe ich strikt nach RLF die Dichmasse nur auf der Kopfseite aufgebracht. In den Deutschen Foren wird z.T. geraten, auch auf dem Wassermantel eine Raupe aufzutragen. Tönt für mich vernünftig, da man dort auch schon erste Krater antrifft, welche dann gefüllt wären. Oder spricht da etwas klar dagegen? VW hat sich damals sicher was dabei gedacht. Allerdings waren damals auch alle Teile fabrikneu ohne Makel.

tip von mir: kontrollier die einspritzdüsen penibel. ev zur larag schicken zum ultraschall reinigen und das sprühbild überprüfen!
nicht dass der motor wieder stirbt weil ein zylinder zu mager läuft. falls das wie mahamoti schrieb vom klopfen kommt, dann könnte das von einer einspritzdüse kommen.

gruss
siegi

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Ok. Ich hatte zwar bis jetzt nur das Gegenteil. Dass der Motor mit Sprit gespült wurde, weil die Dinger nicht mehr richtig geschlossen haben wegen Rückstände.
Aber danke für den Tipp

Diese Ringe waren ma grün :crazy_face:

Hallo,
habe z. Z. das gleiche Problem mit einem abgerissenen Zylinderstehbolzen.
Hat einer Erfahrung mit Helicoil zur reparatur?
Ist ja am Gewindeloch recht wenig Fleisch. Oder reicht das noch zum aufbohren?
Ich hoffe natürlich den Bolzen noch so raus zu bekommen.

Hallo Hortus

Willkommen im Forum!

Das Gewindeschneidset hatte ich damals auch schon parat liegen. Allerdings ist der Stehbolzen so nahe am Wasserflansch, dass du mit dem üblichen Gewindeschneidwerkzeug gar nicht dazu kommst. Selbst die Aufnahme für den Vierkant hat schon zu viel Durchmesser. Übliche Bohrmaschine zum Ausbohren ist auch negativ. Ich hatte mich schon darauf eingestellt, die volle Zerlegung zu machen. Sprich Gehäuse halbieren. Vielleicht hat ja noch jemand anders einen besseren Tipp aus Erfahrung?

Du bringst den Stumpf aber raus. Siehe oben. Unbedingt das Gehäuse genügend heizen, den Rest eventuell mit Eisspray abkühlen. Das Ding geht raus. Verrostet sind eigentlich immer nur die Schäfte, nicht das Gewinde im Alu.

Hallo Maribus,
danke für die schnelle Antwort. Hoffe natürlich, dass ich das wie du mit schweißen schaffe.
Bin nur am überlegen, ob ich dann nach dem Warmmachen einen Schlagbohrer mit geringem
Drehmoment benutzen werde, oder vorsichtig mit Knarre arbeite. Stabilisierungshülsen und
Langmuttern und Kältespray habe ich bereits bestellt. Das Gewinde ist ziemlich fest und der
Bolzen ist beim Lösungsversuch auf Hälfte abgeschert. Werde heute Zylinder und Kolben
ausbauen. Bei meinem Glück fliegen mir bestimmt die Kolbenringe um die Ohren und die
Kolbenbolzen sind fest :slight_smile: