Isolation direkt auf Carrosserie kleben oder unter Bodenplatte?


(Gianluca) #1

Hallo Zusamen,

ich habe zwar keinen VW Bus gekauft, schlussendlich, hätte aber trotzdem mal eine Frage an euch.

Die Isolation des Bodens möchte ich mit Armaflex machen.
Ich würde das gerne so machen, dass alles herausnehmbar ist.
Daher meine Frage, muss das Armaflex zwingend direkt auf die Carrosserie geklebt werden, oder könnte man das auch unter die Hozlplatte kleben? Diese liegt direkt auf der Carrosserie… somit hätte ich doch den gleichen Effekt, nur dass es herausnehbar bleibt, damit man den Boden auch mal begutachten kann?

Oder ist eine feste Verklebung mit Carrosserieboden unbedingt notwendig?

PS: der Carrosserieboden ist komplett Flach, keine Sicken oher ähnliches.

Danke für eure Hilfe.

LG
Gian


Armaflex
(Reto lingeri) #2

Hey gian
Weshalb wilst du den boden isolieren mit armaflex?
Uh ja meiner meinung nach müste das sogahr gut angklebt sein ohne luft einschlüsse wegen dem kondens Wasser.

Gruss reto


(Gianluca) #3

Hi Reto,

hab einen Defender gekauft… soll gut Schallgedämmt und Wärmeisoliert werden – für die grosse Reise :slight_smile:

Ich frage mich eben, ob das so schlimm ist, wenn nicht der ganze boden beklebt wird…
Sondern so, dass man die Teile auch mal noch auseinanderschrauben kann falls mal eine Rostbehandlung im Bodenbereich ansteht…

LG
Gian


(Beni von Wartburg) #4

Ich habe die Isolation in meinem Bus nicht geklebt sondern nur reingelegt, dann eine wasserfest verleimte Holzplatte darauf und das ganze mit Schlossschrauben durch den Carosserieboden befestigt.

Gruss Beni


#5

Von der Isolationsleistung gesehen spielt es keine Rolle. Das einzige was sich ändert ist der Kondenspunkt. Armaflex ist, meiner meinung nacht, Wasserundurchlässig? Daher stellt sich die Frage ob von beiden Seiten oder ob sie einfach auf der nicht klebenden Seite eine Dampfbremse/sperre hat. Falls dies so ist legst du dir den Kondenspunkt, bei an den Holzboden geklebter Isolation zwischen den Holzboden und die Isolation.

Ich persönlich würde den Boden hinterlüften, dann kann Kondenswasser, welches sich bsp. auch an den Seitenwänden sammelt wieder austrocknen. Kondensbildung hast du in einem Camper immer…


(Reto lingeri) #6

Ja werme steigt ja, für was den boden isolieren auser dem schall, aber wen du dann die möbel drin hast ist das auch nicht mehr so schlim. Habs bei mir nicht gemacht. Aber bin auch erst seit august dabei. :sweat_smile::v:


#7

Wenn Du zwischen Dämmung und Blech einen Luftraum hast, dann hast Du dort auch die Luftfeuchtigkeit aus der eingeschlossenen Luft.
Du hast das kalte Blech auf der einen Seite und die, von der “Aussenseite” her relativ, kalte Dämmung auf der anderen Seite dieses Luftraumes.

Der Taupunkt oder Kondenspunkt ist prinzipell dort, wo die Temperatur so stark abgefallen ist, gegenüber dem Innenraum, dass die Fähigkeit der Luft, die Luftfeuchtigkeit zu binden, nicht mehr ausreicht um die absolut vorhandene Feuchtigkeit auzunehmen, also die relative Luftfeuchte aufgrund der gesunkenen Temperatur über Hunder Prozent steigt.

In unserem Fall ist dieser Punkt im Armaflex. Der ist ziemlich dampfdicht und geschlossenporig. Das Tauwasser dürfte sich daher an der kalten Seite zeigen “aussen” am Dämmstoff.

Kleiner Exkurs in die Bauphysik:
Einen Wandaufbau versucht man idealer Weise prinzipiell so zu gestalten, dass die Baustoffe nach aussen hin tendenziell diffusionsoffener werden und deren Wärmeleitfähigkeit nach aussen hin abnimmt, andersherum gesagt, deren Dämmfähigkeit nach aussen hin zunimmt.

Demanch sollte sich eine Dämmung besser auf der Aussenseite eines Wandaufbaus befinden als auf der Innenseite und eine Dampfbremse (früher Dampfsperre gerufen) innen, so denn überhaupt verwendet.

Eine sehr saubere Konstrutkion kann eine monolithische sein, aber die ist für uns nicht interessant, wenn wir nicht die Karosse in massivem vollarmaflex nachgiessen wollen. Wäre bestimmt gut im Unfall Fall.

Die Realität ist häufig etwas kompliziert, weil man in der Regel ungern die nakte Dämmung aussen frei bewittern lassen möchte, bzw. Anforderungen an eine Aussenhaut hinzukommen, über das Dämmen hinaus. Da braucht es besipielsweise eine Schutzschicht gegen mechanische Belastungen, Schlagregen und vieles mehr. Diese Schutzschicht etwa kann dann entweder hinterlüftet werden und selber sehr diffusionsoffen und gut dämmend, wie bei einer Holzverkleidung oder wie, etwa bei einem Klinkerverbundsystem direkt, mit Mörtel, auf die Dämmung geklebt werden - hier wirds taktisch für uns interassant:

Die bauphysikalisch nach obiger Regel an der faslchen Stelle befindlichen Klinkerriemchen dürfen sein, wenn man verhindert, dass es ziwschen ihnen und der Dämmung Luftzwischenräume gibt. Jede einzelne muss vollflächung verklebt werden, damit nirgends Kondenswasser anfällt. Gäbe es einen Luftzwischenraum, gäbe es Kondesnwasser. Dieses käme da nicht bequem genug weg und würde im Winter das Plättchen bei Frost absprengen.

Gott sei Dank haben wir keine Klinkerriemchen als Karrosserie. Leider haben wir aber eine der wenigen echten DampfSPERREN aussen, die zu allem überfluss auch noch hoch wärmeleitfähig ist - Stahlblech. Au weia.

Nochmal zur Innenseite unseres Kondenswasserbildungsgenerators:

Armaflex ist laut Herstellervertreter, mit dem ich letzte Woche telefoniert habe, eine Elastomer, genauer ein Butadien, anders ausgedrückt ein künstlicher Kautschuk, prinzipiell dem Material unserer Reifen verwandt - landläufig Gummi. Allerdings aufgeschäumt. Geschlossenporiger Gummischaum, also.

Der dämmt wunderbar und wird zur Verhinderung von Tauwasser an kalten Rohrleitungen in Industrianlagen oder in Sanitärschächten in Gebäuden eingesetzt.

Das funktioniert - aber nur, wenn man es ohne Lufteinschlüsse oder gar Zwischenräume auf dem kalten Rohr verklebt. Deshalb kann man froh sein, dass das Zeug gut klebt. Und deshalb gibt es auch liebevoll gestaltete Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers, die genau darauf abzielen.

Wenn man dagegen einen Luftraum ausbildet, bildet sich genau dort Tauwasser, dass dann echt toll eingeschlossen ist. Es gibt zwar keine Klinkerplättchen zum ablösen, aber der Rostbildung wäre zumindest theoretisch und sehr wahrscheinlich auch praktisch ganz wunderbar gedient.

Dämmung einfach lose rein - yipiee - zwischen die Holme und dann die Holme selbst noch ausschäumen und zum Schluss alles zukleistern mit ner Dampfbremse? Der Bauschaum wird bekanntlich kurz nach Ablauf der Gewähleistungspflichten bröselig, selbst wenn er nur in einem Haus verbaut ist, das sich nicht von der Stelle rührt. Die Dampfsbremse dürfte weder für alle Zeiten hundert Prozent dicht sein noch hat sich zum Einbauzeitpunkt dahinter ein Vakuum befunden. …

Trotzdem geht es oft erstaunlich gut ! Ja, ich weiss.

Ich würde nicht Dämmung unverklebt aufs Blech bringen, mich nicht auf eine Folie verlassen und NIEMALS Bauschaum irgendwo reindrücken. Einfach blos aufrgund meines oben zum Besten gegebenen Halbwissens.

p.s.: Noch ein wenig Info zu Armaflex wegen Ausdünstungen.
Das Material selbst, der Kunstgummi, ist das wovor ich am wenigsten Bedenken hätte. Die Kleberückseite dünstet mit Sicherheit etwas. Vermutlich dunstet das aber auch irgendwann mal fertig? Leider hat es auch noch sehr leistungsfähige Substanzen zur Brandhemmung und zur Rauchunterdrückung im Brandfall. Autoreifen haben das nicht drin. : - ) Brennen bei bedarf bestens und Rauchen noch vieeel besser, schon bei etwas Schlupfreibung auf Asphalt. Da braucht es ein ordentliches Wunder der Chemie, um das zu unterdrücken ?
Wenn man das etwas teuerere Aramaflex AF statt des einfachen XG nimmt hat man auch noch ein sehr leistungsfähiges Antischimmelmittel mit an Bord.

Ein Alternative wäre Kork. Das ist von Natur aus dämmend, brandhemmend und mit antischimmel bestückt. Einen Kleber wollte ich trotzdem noch haben, aber immerhin hätte man schon mal ne Menge Zeugs von der Liste.

Hoffe da ist für irgendjemanden etwas dabei an verwertbarer Info

Gruss T4J
, genau minus x plus y,…Gute Nacht


(Hansruedi) #8

Hey, das hast Du sehr gut beschrieben!
Da kennt sich jemand aus und zieht die richtigen Schlüsse (das ist viel mehr als “Halbwissen”! :wink: … )
Vielen Dank für diese Beschreibung!
Trotzdem hätte ich keine Bedenken dieses Material ohne Verklebung auf den Fahrzeugboden zu verlegen.
Über die Dämmung dann eine Bodenplatte mit Bodenbelag und gut ist (funktioniert bei meinem Bus schon seit “ewig”).
Wichtig erscheint mir, dass keine Feuchtigkeit/Wasser in die Bodenkonstruktion gelangen kann.
Ich habe darum unter der Bodenplatte eine Folie verlegt, die Stösse überlappt, und wie die Randanschlüsse sauber abgeklebt.
In diesem Sinne.
Gruss, Hansruedi


(Beni von Wartburg) #9

Ich habe die X-Trem-Isolation nicht geklebt damit ich, falls ich den Boden wegen Spenglerarbeiten raus nehmen muss, sie nich mühsam abkratzen muss.


(Gianluca) #10

Hi Zusammen,

@ T4J, WOW, selbst nach diesem Bericht versteh ich noch nicht ganz alles :smiley:

Frage, sollte man also über dem Armaflex zusätzlich noch eine Dampfsperre einbauen?
Wie siehst du das mit den Ausdunstugen… würdest du mir in dem Fall besser von einem anderen Produkt raten als zum Armaflex? Der letzte Abschnitt in deinem Text macht mich grad etwas unsicher…

ach ja, und Kork versteht sich ja auch nicht wirklich mit wasser…?

LG
Gian


(Trilobyte) #11

man kann sich das ganze auch wunderbar mit dem u wert rechner hier simulieren:
https://www.u-wert.net/u-wert-rechner/?

dann sieht man auch temperaturverlauf und taupunkt. das habe ich für unser haus gemacht und das kann man auch für eine isolation für einen vw bus verwenden ,-)
gratis version reicht für solche rechnereien.

gruss
siegi


#12

Hi Gianluca


Frage, sollte man also über dem Armaflex zusätzlich noch eine Dampfsperre einbauen?

Mit dem etwas besseren Verständins wollte ich dafür sensibilisieren, dass:

a) Eine stählerne Aussenhaut der bauphysikalisch schlechteste vorstellbare Fall ist

b) Das die Gefahr besteht, mit einer Dampfbremse/sperre Feuchtigkeit einzuschliessen


Ich antworte hier jetzt auch noch auf Deine PN fragen, damit eventuell die Tipparbeit für mehere irgendeine Hilfe oder Anregung sein kann, an dieser Stelle, da es ja nicht übertrieben pribvate Fragen sind.

Deine Fragen:
vielen, vielen Dank für deinen riesen bericht auf meine Frage betreffend Armaflex und wo bekleben.
Du machst mich jedoch etwas unsicher… sollte ich das Armaflex lieber gegen den x-trem isolator tauschen oder zu was genau rätst du mir? :slight_smile:
Dass ich kleben soll habe ich verstanden… denkst du ich sollte über der Isolation denn auch noch eine Dampfsperre kleben, bevor der Holzboden rein kommt?


Und:
Nochwas, du schreibst von Kork… hast du denn da nicht angst, dass das Kork das Wasser aufnimmt und anfängt zu gammeln?


Welches Material die wenigsten Ausdünstungen hat weiss ich nicht. Ich konnte nur das Bischen beisteuern, was ich über den Inhalt von armaflex gerade brühend warm erfahren hatte und vor allem beisteuern, dass armaflex zwar grundsätzlich genau für die Tauwasservermeidung auf kalten Metallteilen gemacht ist, aber überhaupt nicht für Wohnräume gedacht ist.
Es gibt einen Internethänlder, der Armaflex günstig anbietet (den link habe ich selbe im Forum einmal gepostet) und das Produkt mit der Verwendung zur Isolierung von Campern bewirbt !

ABER der Hersteller hat das Produkt dafür nicht vorgeshen. Die telefonische Auskunft im Werk mir gegenüber ging soweit, dass man gesagt hat: “Wenn Sie explizit nach der optimalen Verwendung als Isolierung eines Campers fragen, dann dürfen wir dazu kein einizges weiteres Wort an Auskunft geben”.
Ich habe gesagt, dass mir von der Anwendung unabhängige Auskunft reichen würde und wurde dann von einem Vertreter zurückgerufen, der sehr kompetent wirkte, ursprünglich ein Bauingenieur. Er hat erzählt, dass er die Klappe der Dachbodentreppe in seinem Haus mit Armaflex von der Dachbodenseite zweckentfremdend gedämmt hätte, sich aber keines der Armaflex Produkte ins Schlafzimmer holen würde.

Wenn man sich dann überlegt, wie weing Luftvolumen ein Tranporter oder gar ein Landy hat und wieviel Armaflex im Verhältnis dazu verlegt wird, dann kann man auf die Idee Kommen darüber nachzudenken, ob es nicht noch Alternativen gibt.


Fortsetzung folgt am Wochenende - ich sage auch noch etwas zu alternativen Strategien und zu Kork und zu Aluminium als Aussenhaut.
Meine Tochter möchte, dass wir jetzt endlich das Dessert essen und ich ihr weiter aus Tom Sawyer vorlese - es sind ja schliesslich Ferien.


(Gianluca) #13

Salut T4J,

vielen Dank nochmals! Freue mich auf Fortsetzung.
Und viel Spass mit der Tochter! :smiley:


(tomix (2*T3)) #14

Wenn das Produkt “dampfdicht” ist und die Stösse auch verklebt sind, gibt eine Dampfsperre keinen Sinn.

Wie heisst das weisse Verpackungsmaterial (ich meine nicht EPS oder XPS), ist dies nicht das selbe wie X-Trem Isolator? Ich würde eher so was nehmen, das lässt wohl kaum Dampf durch.

Die Probleme beim dämmen hat T4J gut beschrieben. Schlussendlich ist es immer eine problematische Innendämmung. Wenn nach ein paar wenigen kalten feuchten Tagen der Bus wieder an einem trocknen (auch bzgl. Luftfeuchtigkeit) Ort steht oder von der Sonne wieder geröstet wird. stellt auch die von Westfalia verbaute Glasfasermatte kein Problem dar. In den anderen Fällen wird es wohl immer irgendwann ein Problem geben. Dichtet man alles so gut wie möglich ab, damit sich kein Kondensat am Blech bildet, wird das Kondensat an den Stellen an denen es sich bildet dann eben auch nicht so einfach wieder verdunsten können.

Eine grosse Decke direkt neben einem mit nochmals 100 Watt :slight_smile: und die Eisblumen sehen doch auch sehr hübsch aus.

Ich weiss mit Kindern und zum Essen oder so, alles andere als eine Lösung. Daher liegt die Gasheizung auch auf dem Werkbank zwecks Instandstellung. Hauptproblem ist aber wohl die sehr geringe Betriebszeiten (Standschaden).

Gruss
tomix


(Gregor) #15

Ich komme zwar ein wenig vom Grundthema ab aber um die Feuchtigkeit, insbesondere wenn ich den Bulli wieder einstelle, raus zu bekommen, benutze ich Silica Gel Kügelchen. Diese ziehen die Feuchtigkeit an. Danach nehme ich sie raus und trockne sie wieder auf der Heizung. So vermeide ich zumindest etwas von der hohen Luftfeuchtigkeit im Bulli.


#16

@tomix: Danke.

Zum dauerhaften Aufenthalt in Herbst und Winter ist die Stahlkarosse eines Transporters im Gegenatz zu einer Wohnkabine prinzipiell eine problematische Wahl - last but not least wegen der vielen Holme und Profile, die eine mögliche Dämmebene durchdringen und sowohl eine Kältebrücke mit einem hohen Flächenateil darstellen, als auch Hohlräume bilden, die sich kondenswassermässig nicht mit vertretbarem Aufwand wirklich perfekt lösen lassen.

Wenn man sich damit abfindet, kann man dazu kommen vielleicth einfach nur die Oberflächentemperaturen zu senken, möglichst wenig Feuchtigkeit ins Fahrzeug zu bringen und etwas mehr Wärmeleistung der Standheizung in Kauf zu nehmen.

Ich würde keine kleineren Hohlräume (Holme, et c.) mit Folien verschliessen oder gar auschäumen, bzw. ausstopfen, sondern im Gegenteil sehen, dass die Feuchtigkeit da möglichst leicht raus kann, wenn das Fahrzeug wieder in der Halle oder der prallen Sonne steht.

Zuluft:
Am meisten bringt es vielleicht, beim Einbau einer Standheizung darauf zu achten, dass man nicht blos die Verbrennungsluft, sondern auch die Zuluft von aussen holt. Die kalte Aussenluft ist nicht relativ, aber absolut sehr trockene Luft und überdies auch unverbrauchte Luft.

Die Daueryoutubecamper und “Landrover über Winter Bewohner” von “the Sunnyside” klagen gelegentlich darüber, dass ihr Vehikel so gut wie immer eine Tropfsteinhöhle ist (trotzdem jeder Zentimeter Blech gearmaflext ist) und haben sich eventuell auch deshalb irgendwann ein Dachzelt oben drauf geschnallt. Die Webasto Airtop von deren Landy zieht die Luft aus dem Innenraum.
Andere youtube(ferien)camper waren jetzt über Sylvester bei bis zu minus 28 Grad am Nordkapp in ihrem (nicht zusätzlich gedämmten) und ebenfalls kleinen Dacia Kombi, haben sogar noch drin gekocht und hatten weniger Probleme. Sie ziehen ihre Heizluft mit der gleichen Airtop von aussen.

Abluft:
Passend zum Thema Zuluft kann man sich angucken, wo denn die verbrauchte (CO2)und durch den Atem angefeuchtete Luft noch wieder entweichen kann. Beim T4 Tranporter ist das im Laderaum vom Werk beispielsweise gar nicht vorgesehen.

Während der Bus hinten in den Ecken hinterm Radkasten eine Art Venitlklappen hat, ist es beim Transporter nur vorgesehen über ähnliche Klappen, ganz unten in den Türen des Fahrerhauses zu entlüften.

Zwei Youtube Dauercamper haben sich ne kleine aktive Entlüftung vom Pferdeanhänger aufs Dach ihres Tranporters “gepackt” und den Durchstoss durch die Dachverkleidung so bearbeitet, dass sie damit auch die Zwischenräume zwischen Innenverkleidung und Aussenhaut entlüften können. Der Lüfter fördert selbst im Stand, ausreichend angetrieben durch jedes noch so zarte Brislein, wohl schon genug Luft, um den Transporter auch bei Dauereinsatz kondensfrei zu halten - ich glaube sogar ohne trockene Zuluft (( und bei Tempo 100 fördert das gute Stück ganze 3 Kubikmeter pro Minute : - ) ))
Vielleicht gibt es zwischen Stallentlüftungstechnik und hermetischem Luftabschluss ja noch eine Variante dazwischen, je nach Anforderung, z.B. nur eine normale Dachluke, die aber auch über die Zwischenräume schaltbar ist ? …

Dämmen oder nur die “Strahlungskälte” reduzieren?
Die grossen Blechflächen zwischen den Holmen mit Dämmaterial vollflächig zu bekleben, das wie Armaflex funktioniert, also selber sehr sehr dampfdicht ist (geschlossenzellig/porig) ist sicher technisch eine saubere Lösung für diese Bereiche. Ich glaube dynamat bietet da etwas, zu Armaflex vergleichbares, an?, dass dann zumindest schon mal vom Hersteller selbst für diesen Zweck vorgesehen wäre. Was drin ist oder rausdünstet weiss man dann natürlich immer noch nicht.

Wenn ich einen geeigneten Kleber finde, werde ich es vieleicht mit Kork versuchen oder ganz lassen und mich darauf beschränken die Oberflächentemperaturen zu reduzieren = möglichst wenig naktes Blech unverkleidet zu lassen und die Verkleidung thermisch zu entkoppeln. Ich habe vor, überall dort wo die Innenverkleidungen an Holme anliegen dünne Korkplättchen zwischenzulegen (auf Abstand zueinander, damit ich keine Hohlräume abdichte). Ausserdem werde ich die Pavatex/Presspanvekleidungen durch leichteres und besser dämmendes, “wärmeres” (Pappel)sperrholz ersetzen.

Zusätzlich nehme ich die Standheizung selbst in den Innenraum und ordne sie so an, dass deren Abwärme die Bettwäsche vorheizt und die Abwärme eines extra georderten Heizluft Schalldämpfers mir den Rücken wärmt, wenn ich mich abends noch beim lesen an der Seitenwand anlehne.

Kork:
Ist von Natur aus sehr dampfdicht und hygrophob und ausserdem ist es von sich aus wohl sogr auch noch (Schimmel)Pilzhemmend. Mir ist sein Erscheinungbild nakt ein bischen zu birkenstockrustikal, aber man könnte da ja noch einen Stoff oder Filz drüberkleben und darauf verzichten mit einer Verkleidung wieder einen problematischen Hohlraum zu konstruieren - etwa unterm Landydach.

Pappelsperrholz:
Reimo schreibt: “Pappelsperrholz ist das ideale Material für den Innenausbau und Möbel für Wohnmobile, Campingbusse und Wohnwagen. Es ist leicht, sehr stabil, und lässt sich gut bearbeiten.” (Reimo verkauft es unter anderem explizit als Innnenverkleidung. Problematisch in Bezug auf die Splittergefahr gilt Vollholz/ Nut und Feder Verkleidung)
Ich glaube unterm Dekor eines T3 Westfalias findet sich ebenfalls Pappelsperrholz und es wird auch in selbstausbaubüchern empfohlen.
Es hat ein sehr gutes Verhältnis von Festigkeit zu Eigengewicht. Lediglich die unbeschichtete Oberfläche ist empfindlich gegen Stösse mit spitzen Gegenständen.

Aluminuim:
Ist leichter als Stahl und daher wider jeder Erwartung leider ein doppelt so guter Wärmeleiter wie Stahl.
Edelstahl liegt übrigens bei der Hälfte von Stahl und ist daher etwas weniger schlecht geeignet, wenn man mal durch alle Dämmebenen etwas verschrauben will.
Aluminium fühlt sich nicht umsonst auch am kältesten an. Habe Aluminium hier aufgeführt, da es das Material der Aussenhaut des Fragestellerfahrzeuges ist. Stahl ist natürlich schon der bauphysikalische Gau, aber Alu ist halt nochmal ein doppelt so guter Kühlkörper.

Glaswolle:
Galt zu meiner Zeit als krebserregend bei der Verarbeitung und ist prinzipiell nicht geschlossenzellig.

Silica Gel:
Habe nur mal gelesesn, dass es nicht in Kontakt mit Haut oder Lebensmitteln kommen sollte?

XPS/EPS:
Ist preiswert, hochdämmend und geschlossenzellig. Leider ist es ziemlich starr, also nicht sehr anschmiegsam zu verarbeiten und könnte sich auf Dauer von einer Verklebung lösen, wenn der Untergrund arbeitet…oder gar anfangen während der Fahrt zu quietschen je nach Einbauart ? Ausserdem weiss wieder keiner wirklich sicher ob und was da rausgast.

zurück zur Bodenplatte:
Beim Landy ist da ja nicht viel Bodenplatte und dankenswerter Weise ist das nur flaches, rechteckiges Blech. Das könnte man ja selbst noch mit nem relativ starren plattenförmign Material bekleben oder sogar nen kondenswassergefahrfreies Sandwich herstellen - ohne Hohlräume - auf rein mechanischem Wege, also ohne zu kleben. Etwa könnte man ne 10mm Platte Kork lose verlegen und danach mit 12mm Papelsperrholz per Edelstahlschrauben das ganze leicht aufeinanderpressen.

Beim Bus gibt es jede Menge Wellblech und jede Menge Punkte zum anarbeiten an der Bodenplatte. Hier habe ich vor mit ein zwei oder drei Lagen Alubutyl/dynamat punktuell auszunivellieren, an den Stellen, an denen oben dann die Möbel auch ihre Last in die Bodenplatte einleiten. Da drauf kommt schon ne 12er Pappelsperrholz, darauf im begehbaren Bereich (echter) Linoleum und darauf ein herausnehmbarer Webteppich, tretford oder ähnliches.

Also keine verschlossenen Kondeswasserfallen plus Oberflächemteperatur senken, dort wo man es braucht.
Ausserdem kommt noch den Ausströmer der Standheizung in den Fussraum der Sitzbänke.

Lino plus robuste Schlingware ? - das könnte dem ein oder anderen T1 Camper Besitzer bekannt vorkommen.

puuh, Ich hoffe, dass da für irgendjemanden zumnidest eine Anregung dabei ist.


Innenraum Belüftungsideen gesucht für T4!
(tomix (2*T3)) #17

Dann hast du einen tollen Entfeuchter, brauchst aber natürlich auch einiges mehr an Heizleistung.

Kann ich mir gut vorstellen, da es beinahe nichts im Innern gibt was Feuchtigkeit speichern kann und somit für ein behagliches Wohnklima sorgt (fühl sich dann wohl an wie in einem Plastiksack).

Falls das Dach unten war und wir drinnen waren (Schlafen oder Essen usw.), haben wir immer die Dachlucke ganz wenig geöffnet.

Falls es nur um die Ladefläche geht ist dies okay. Im Fahrgastbereich darf/sollte dies nicht verwendet werden. Im Fall der Fälle würde es splittern.

Ob Stahl oder Alu nichts zum drauf schlafen. Ich dachte mal, ich klapp im Duro die «Ladefläche» um, um darauf mit dem Mätteli (war das Militärmätteli als nichts spezielles) und der Penntüte zu schlafen. Hätte mich wohl besser einfach auf die Siebdruckplatten in der Mitte gelegt.

Gruss
tomix


(Sandro) #18

Irgendwie kam man mit dem Gedanken in diesen Fred, eine Lösung zu finden und der herrschenden Verwirrung Abhilfe zu schaffen.
Nun hat man sich durch die vielen Theorien, Fakten und Standpunkte gelesen und denkt sich nur so: :exploding_head:

Ich kann das alles nachvollziehen und verstehe die Problematik absolut (hatte auch mal Physik). Aber dennoch frage ich mich, ob die zu tausendfach eingebauten Matten, verklebt, ungeklebt von X-Trem oder Armaflex denn tatsächlich so problematisch sind, denn man findet nicht ein einziges Video oder Erfahrungsreport bei Google/Youtube der die theroetisch logische Problematik beschreibt. Überall scheint es wunderbar zu wirken?! Magic?

Reimo selbst rädt ja, den X-Trem Isolator aufs blech zu verkleben und dann eine entsprechende Sperrholzplatte drauf zu packen und dadrauf nochmal einen PVC Belag. Bei einigen Videos findet man dann noch den tollen Hinweis, dass die Leute auch noch sämtliche Fugen wo die Platte an die Wand kommt, entsprechend mit Silikon abzufugen, damit auch gar kein Wasser rein / raus kommt.

Nun halt die Frage, hat jemand diese Isolation schon mehre Jahre mal so verklebt und kann 1:1 einen Erfahrungsreport geben? Ich mein, wenn theoretisch nach 15 Jahren 2 kleine Roststellen wegen Lufteinschlüssen im Bodenblech sind, ist es relativierbar, da wird der T4 vorher mal woanders wegrosten :).

Wäre ja mal spannend zu wissen, wie sich die Theorie gegen die Praxis/Erfahrung stellt.


(Beni von Wartburg) #19

Ich habe vorletzte Woche meinen Boden nach 21 Jahren herausgenommen. Der Aufbau des Bodens war Bodenblech (rostfrei, eingestrichen mit Rostschutzfarbe), X-Trem Isolator ungeklebt, wasserfeste Sperrholzplatte, PVC-Bodenbelag. Der Blechboden sah sehr gut aus, ausser in einer Ecke wo die Küche stand und Wasser von oben (Küche) oder von aussen (das Lüftungsgitter des Gaskastens war auch dort) eingedrungen war. Dort musste ich das Bodenblech schweissen lassen. Manchmal denke ich wir machen uns zu viele Gedanken über Kondenswasser etc., da die meisten nach 20 bis 25 Jahren die Möbel eh rausnehmen um zu sie restaurieren oder neue Möbel einzubauen und nach 20 Jahren darf es meiner Meinung nach ein bisschen Rost am Boden haben.

Luftigruess

Beni


(Sandro) #20

Cool, Danke Biodola

Das ist doch mal etwas positives zu hören, dass es eben auch so funktioniert.

Hierzu aber noch 2 Fragen:

  1. Was hast Du da für Rostschutzfarbe draufgepinselt? Ich habe gehört, dass man da Mike-Sanders draufschmieren könnte, dass das dann ebenfalls ewig hält.
  2. hast du die Bodenplatte dann aber ans Blech runtergeschraubt, damit der Druck auf die Isolation entsprechend war?

Besten Dank & mfg SandBine