ID. Buzz Form vollständig enttarnt

VW hat Stück für Stück mehr enttarnt - anscheinend gestern, gabs nun zwei neue Bild, die die Form jetzt zum ersten Mal vollständig sichtbar werden lassen:

VW folgt auch beim ID-Buzz dem hauseigenen Designtrend hin zum “Gross-Maul” und “Breit-Maul” auf Höhe der Stosstange.

Wie schon beim T7 gepaart mit einer sogenannten Tulpung um das Breit-Maul herum. Quasi Darth Vaders Helm und Maul in eins kombiniert.

Ist nicht meins. Ich kann mich für den Trend der letzten beiden Jahrzehnte hin zu immer böser dreinschauenden Autogesichtern eh überhaupt gar nicht begeistern,…wenn man Autotester über Design urteilen hört dann wird praktisch immer “je agressiver” im Ausdruck mit “je schöner” gleichgesetzt. Ich kann mich weder für standardmässig betont böse dreinschauende zweibeinige Zeitgenossen noch Autos begeistern - auch wenn es noch so sehr gegen die Mode sein mag.

Man versuche einmal den Blick des ID-Buzz mit dem eigenen Gesicht nachzubilden und frage sich dann, ob man mit diesem Gesichtsaudruck herumlaufen möchte. Hm - ich persönlich nicht.

Abgesehen von der Gesichtspartie finde ich die Karrosse sehr gelungen, die flache Gesamtproportion, die ruhige Seitenansicht mit genau einer stark zeichnend ausgebildeten Sicke, welche dann in die flach proportionierten Heckleuchten mündet. Die beiden C-förmig ineinandergreifenden Grossformen von Fensterfläche und Karrosseriekörper, die jetzt auf den beiden Bildern sichtbar geworden sind gefallen mir auch.

Das Breitmaul in der Front beschränkt sich auf das Stosstangenfrontsegment, welches aus Kunststoff ausgebildet, mit relativ niedrigen Werkzeugkosten, etwa in einer Modellpflege oder durch einen Drittanbieter mit einem anderen Design relativ leicht korrigierbar wäre.

Leider befindet sich auch der(/die?) Kühler direkt dahinter, aber wenn man bei Autos, mit prinzipiell kühlluftbedürftigerer Verbrenner-Technik, wie Citroen DS oder Passat B3, es geschafft hat, fast keinen Grill in Erscheinung treten zu lassen, dann sollte da bei einem Elektroauto auch einiges weniger an zur Schau gestellter Grillfläche gehen, ganz zu schweigen etwa von Autos wie einem Tesla, die ganz darauf verzichten.

Bin ich der einzige, dem so geht ? Würde mich interessieren.
Gruss T4J

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Das hat du aber schön gesagt. Bin auch deiner Meinung!

Gruss… samson.

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Mir gefällt er. Ich sehe einen Smile mit leichtem Silberblick, Knubbelnase und Bart. Bart ist ja angesagt :joy:

Ist das am Grossglockner?

Sehr gut beobachtete Analyse und ich bin ganz bei Dir (T4J). Meiner Meinung nach, wird vor allem der erste meist gelungene Prototyp durch Kalkulatoren und Marketing Leuten in eine Form, die schon wieder passé ist, gezwängt. Dieses aggressive Face-design ist doch schon seit geraumer Zeit gelaufen, nur noch ewig gestrige hängen sowas nach. Keiner hat auch noch den Mut zu Eigenständigkeit. Schade.

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Das Ding wirkt von aussen, als ob jemand einen Lieferwagen “tunen” wollte. Mit angeklebtem Plastik, damit er schneller wirkt.

Immerhin sind sie konsequent und die Plastikoptik geht im Cockpit weiter :slight_smile:

“Ist nicht meins. Ich kann mich für den Trend der letzten beiden Jahrzehnte hin zu immer böser dreinschauenden Autogesichtern eh überhaupt gar nicht begeistern,…wenn man Autotester über Design urteilen hört dann wird praktisch immer “je agressiver” im Ausdruck mit “je schöner” gleichgesetzt. Ich kann mich weder für standardmässig betont böse dreinschauende zweibeinige Zeitgenossen noch Autos begeistern - auch wenn es noch so sehr gegen die Mode sein mag.”

Danke!
Das sehe ich genauso. Immer wieder muss ich mich über die Banalität des aktuellen Autodesigns fragen… Aber schlimmer noch ist, diese Gurken kaufen und dann auch noch fahren!

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Da bin ich auch bei T4J.
Für mich die Seiten eines Standard-Lieferwagen mit einer komischen Plastikfront. Dabei gäbe es doch wohl so viel neue Möglichkeiten, wenn kein Kühler verbaut werden muss.
Gruss
tomix

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Da kann man dann sicher eine ABT-Front dazubestellen :sunglasses:

Damit der Bus noch aggressiver aussieht? :rofl:
Gruss
tomix

Man kann sich die Sitzung gut ausmalen, wie der Marketing Chef dem Designvorstand die Gestaltung erklärt,…ihm erklärt, dass es selbstverständlich zwingend im Gesicht des ID-Buzz das “durchgehende Leuchtenband” und das “ID-Maul”(ich würde zu gern wissen, wie sie das intern nennen) braucht . Das sei gesetzt. Ersteres als antriebskonzeptübergreifendes Wiedererkennungsmerkmal der Marke und letzteres als Wiedererkennungsmerkmal für die neue ID-Familie, als “starkes Statement” nämlich.

Und nicht unerwähnt solle bleiben, dass der Designer ja sogar die “Signature”-T1 Gürtellinie mit dem vorderen V behalten dürfe. Das ginge ja trotzdem und die fände er selber auch gaaanz toll. Ein Alleinstellungsmerkmal, usw. … .ER und seine Frau hätten ja sogar “in” einem T1 geheiratet.

Und das wäre doch schon grossartig, dass “der Buzz” sich damit so deutlich von den anderen Mitgliedern der ID-Familie unterscheide. Schliesslich würde es bei den aktuellen Bussen ja vollkommen ausreichen eine Zweifarblackierung anzubieten - zusammen mit dem grossen, neu auf Retro gestalteten, VW-Signet wäre das bereits phantastsich und werde sehr gut am Markt angenommen. Da sprächen die Zahlen eine eindeutige Sprache.

Bei der Abstimmung im Vorstand am Ende der Sitzung siegt dann ein weiteres mal die Angst, etwas verkehrt zu machen. “Was, wenn wir nicht sämtliche drei Wiedererkennungsmerkmale in dem Gesicht vereinen?? Dann verlieren wir ganz sicher Käufer. Das ist doch klar.” und “Wir haben schliesslich genug riskiert mit dem neuen Baukasten, der MEB-Plattform. Das sind Investitionen, bei denen es um unsere Existenz geht”

Und insgeheim ist der Marketing Mann besonders stolz, dass es wieder die schicken Rauten-Pünktchen hat, im Grill, die er schon erfolgreich beim ID.3 durchgesetzt hatte und höchstselbst vorgeschlagen hatte auch für die C-Säule. Das liess sich zwar nur noch als Aufkleber realisieren, weil er mit der Idee erst gekommen war, als die Werkzeuge für die Karrosse schon bestellt waren, aber das war an der B-Säule seiner Mercedes A-Klasse , die er als Student von seiner Oma hatte übernehmen können, auch schon nur ein Aufkleber. Diese Pünktchen hatten ihm immer so gut gefallen. Da konnte man erkennen, dass es ein modernes Design ist.

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Ich bin gar kein Fan von Retro Design im Allgemeinen und bin gar nicht so sicher, ob es “die (Gürtel-)Linie des T1” unbedingt braucht in 2021. Ich finde, schon der T2(a) ist der lebende Beweis für einhundert Prozent Bulli Ausstrahlung ohne V-Ausschnitt. Aber spasseshalber, habe ich einmal die beiden Wiederekennungsmerkmale “des Marketing Chefs” in Gedanken herausgenommen. Einfach , um dem Geischt nicht drei Dinge gleichzeitig zuzumuten.

Und ich habe überlegt, ob es schwierig wäre, dem Buzz ein Gesicht zu lassen, dass einfach blos einigermassen freundlich dreinschaut. Eines, dass nicht gleichzeitig an den freundlichen Grossvater erinnern UND aggresiv daherkommen muss.

Hier gibt es eine Skizze - bewusst nur ganz grob und schnell, in fünf Minuten entstanden. Ich habe mir nur einen einzigen Versuch gegönnt. Ich denke, Andere hier im Forum, vielleicht @dogen?, könnten da ganz etwas Anderes zaubern.
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Und normal wird an soetwas ein paar Jahre gefeilt mit einem ganzen Team von Profis. Dass darüber eher länger als ein paar Minuten nachgedacht wird, hat auch damit zu tun, dass man mitunter zu Beginn noch überlegt, wo die Reise denn überhaupt hingehen könnte.

Über ein Konzept konnte man beim ID-Buzz nur begrenzt nachdenken, glaube ich. Ganz gut erkennbar wird das, wenn man sich das Fugenbild anguckt. Genauer: Wenn man sich einmal die Form der Türen anguckt.
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Schon wenn man die Seitenansicht mit den letzten Prototypen vergleicht, kann man erkennen, worauf ich hinaus will.
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Wenn man sich die Form der vorderen Türen der Heckmotorgenerationen ins Gedächtnis ruft oder auch nur die der Generation T4 und T5/6, kann man daran etwas ablesen. Stück für Stück ist die erste Reihe immer weiter zurückgewichen. Klar, sind wir alle froh, dass die Knie nicht mehr Teil der Knautschzone sind. Aber beim ID-Buzz sind wir jetzt bei “einem Prozent vor der akkuraten Symmetrie” gelandet. Man beachte, wie beim weissen Erlkönig Buzz oben die beiden Türen an vorderes und hinteres Radhaus anschliessen.
Und ich denke, dass das in dieser Konsequenz nicht am Sicherheitsbedürfnis liegt, sondern daran, dass man den ID-Buzz auf der MEB-Plattform realisiert hat, die nicht für Nutzfahrzeugpropotionen gedacht ist.
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Eigentlich wäre vorn nichts im Weg, um die erste Reihe nach vorn zu rücken und den Innenraum, ganz Elektro-Architektur typisch, zu maximieren. Aber der ID-Buzz bekommt stattdessen einen tiefen “Frunk” und ein riesen tiefes Armaturenbrett, ähnlich zuvor dem New Beetle. Die einzige Erklärung, die mir ad hoc einleuchtet, ist die, dass man so Entwicklungskosten einspart und Produktionskosten. Vermutlich kann man so einge Baugruppen, was Antrieb, Achsen, Fahrschemel, et cetera betrifft austauschen mit den anderen ID-Familien-Mitgleidern, bzw. sogar einiges in der gleichen Fabrik und auf den selben Bändern laufen lassen, was dann auch noch Skalierungsfreiheit bringt bei den Produktionskapazitäten, ganz zu schweigen von den Vorteilen im Einkauf bei höheren Stückzahlen. Beim Erlkönig sieht man auf dem Innenraumbild, meine ich sogar, eins zu eins ein ID.3 Cockpit. Wenn das so bleibt, dann würde mich das fast an die austauschbaren Plexi-Karrossen von RC Plattformen erinnern.

VW hat diese Woche ins Auge gefasst, das Stammwerk in Wolfusburg zu klonen, dem bestehenden Werk ein Elektro-Plattform Werk zur Seite zu stellen. Man will Tesla Paroli bieten, bevor es zu spät ist.
Es ist von dreissig Tausend Jobs die Rede, die sehr bald vergehen könnten, wenn man nicht am Ball bleibe. Da wäre man sehr glücklich, wenn der ID Buzz etwas zum Überleben der Marke beitrüge. Der New Beetle hatte sich erstaunlich lange erstaunlich gut verkauft - Bei dem waren äussere Form und Grundkonzept auch nicht genau deckungsgleich.

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Das gute “Ende der Geschichte” könnte sein, dass VW-Nutzfahrzeuge möglichst bald dran sein wird, mit einer eigenen Elektro-Plattform, die natürlicher Weise erlauben sollte, das die erste Reihe ein ganzes Stück weiter vorn sitzt. Vielleicht sehen wir dann den wahren elektrischen Nachfolger der Verbrenner Baureihen-Reihen T1 bis T6, den neuen Elektro Bulli?

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Wer sich für solche Entscheidungsprozesse, wie den fiktiven oben, interessiert, dem würde ich gern ein Interview mit Patrick le Quément ans Herz legen, zum Design des Twingo, auf dem Kanal little car:
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Der Desinger erzählt im Interview die Geschichte einer Entscheidung, inklusive den Ängsten im Unternehmen. Wie auch immer man den Twingo finden mag - In den Neunzigern wurde ja bei vielen Autos kritisiert, dass sie zu freundlich dreinschauen würden, zu harmlos - Bei dieser Geschichte schlug das Pendel jedenfalls in die andere Richtung aus als oben.

Ich hoffe, dass für irgendjemanden etwas Unterhaltendes dabei sein möge, bei meinem vielen Getippe.
Einen schönen Abend, Gruss, T4J

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Nur so als Info am Rande, Elektromotoren mit etwas Leistung werden gerne Wasser gekühlt. Und wo soll optimalerweise der zugehörige Kühlergrill sitzen? :thinking: :wink:

GRuss Jörg

Das Thema hatte ich eigentlich ganz oben recht ausführlich angesprochen (u.a. mit dem Verweiss auf Citroen DS/ passat B3 sowie Tesla Front-Design und den geringeren Kühlluftbedarf gegenüber Verbrennern) - und sogar in meiner Skizze findet sich “Grill-Fläche” unterhalb der Stosstange.

Gruss T4J

Dann habe ich Tomaten auf den Augen und sehe den Grill oberhalb der Stossstange nicht. Entschuldige vielmals.

Ah doch jetzt :laughing:
Hatte einen klassischen gesucht. Jetzt ist alles klar.

Wieso müssen die Scheiben nach hinter kleiner werden? Wieso können die nicht einfach gleich hoch bleiben? Das nervt mich an den neuen Autos am meisten (die hinten sehen ja sowieso schon viel weniger). Alles wird hinten runter gezogen, aber das grösste Zeug wird dann von hinten eingeladen (im Normalfall, klar klann man bei einer Schiebetür auch eine Palette durch die Schiebetüre einladen).

Gruss
tomix

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Guten Abend

Es war zu schwer, zu widerstehen - also habe ich die Skizze aus dem Post weiter oben vergrössert und noch einmal darüber skizziert - hier das Pfeiltasten-Daumenkino:
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Schlange, die gerade einen Ziegelstein geschluckt hat, in dem Moment des maximalen Stolzes.
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Skizze vergrössert
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Skizze über vergrösserter Skizze. So ein Vorschlag liesse sich realisieren, indem man “lediglich” Frontschürze und Frunk-Haube inklusive der Leuchteinheit tauscht. Die Heckschürze müsste man auch entsprechend „verrunden“/anpassen. Und es bleibt eine Styling-Übung mehr als eine Design-Überlegung. Zum Forward Control/ Frontlenker Bus wird der Buzz so leider nicht.
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Gruss, T4J
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Weniger Grill- und Felgen-Detail dargestellt. Versuch mit separater Leuchteneinheit.

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Mit Alt-Neu Felgen, Stopplebart-Platzhalter-Kühlergrill, separaten Leuchteinheiten in die Fläche gerückt, und vor Allem: Laderaum-Plus statt Frunk, also MEB Plattform etwas besser ausgenützt, Sitzplätze dreissig, vierzig Zentimeter nach vorn gerückt.

Wenn man letzteres macht, also nicht blos zwei, drei Panels und ne Leuchte tauscht, kann man allerdings auch gleich grundsätzlicher dran gehen und überlegen wie ein E-VW-Bus ausehen könnte. Der könnte sich z.B. in einem ähnlichem Masse am T3 orientieren, wie sich ein Honda E am Civic orientiert, anstatt an der VW T1 Gürtellinie zu kleben ? Und dann würde man natürlich nur Plattform, Spur, Radstand, Überhänge vom jetzigen Buzz übernehmen müssen und wäre frei die Form inklusive Glashaus und Heck neu zu denken, auch frei die erste Sitzreihe noch ein paar Dezimeter Richtung forward control zu schieben.

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Es gibt bestimmt auch bald einen derartigen Umbaukit wie für den Jumper Citroen :slight_smile:

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Diesen E-Bus gab’s schon, inklusive Glubschaugen. Nur nicht von Vauwee :wink:

Sogar als BLUESTAR :rofl:

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