England 2015, ein Reisebericht

Ganz in der Nähe, aber doch von weit weg fotografiert: St Michael’s Mountain

Bin dann an die Nordküste Cornwalls weiter und hab noch einen Halt an Godrevy Bay gemacht. Ein paar Buchten, viele Surfer, viele Touris (war grad Sonntag…), ein paar Seehunde und viel Baywatch.

Bucht unterwegs nach Perranporth

Perranporth hat einen schönen Farmcamping direkt neben einem Flugplatz. Da war ich schon 2 Jahre zuvor. Quer über dem Feld stand ein T2, der mir sehr bekannt vorkam. War tatsächlich der selbe, den ich damals schon gesehen hatte und mit den Besitzern lange gequatscht hatte. Die kannten mich auch wieder und hatten grosse Freude:-)

Meine kitschige Aussicht auf dem Camping:

Später nächtens, beim Erkunden der Umgebung, verirrte ich mich in die eine oder andere Bucht mit Ruinen aus der Industrialisierung. In Echt wars viel dunkler als auf dem Foto und sehr gespenstisch…

Tags darauf an einem der schönsten Orte der Welt zum Modellsegeln. Meine Zwei Flitzer

Und alleine ist man am St. Agnes Head nie! Eine schöne Landschaft, die ich aber in einem früheren Bericht hier schon vorgestellt hatte.

Abends wollte ich noch auf einen anderen Campingplatz bei Perranporth, und von dort aus am Abend in ein Pub spazieren, um zu essen. Leider habe ich eine Abzweigung zu früh abgezweigt und bin so in einer Dünenlandschaft gelandet, in der ich mich komplett verlaufen hatte. Ich war 90 Minuten unterwegs, bis ich das dämliche Kaff fand. Zwischen den Dünen gibts keine Orientierung, nicht mal der Himmel half bei dem diffusen Licht. Immerhin habe ich es noch vor 9 ins Dorf geschafft, dann machen nämlich die Küchen dicht in Grossbritannien!

Tags darauf schlug das Wetter für ein paar Tage zum Dauerregen um. Bin dann nach Tintagel, wo ich entschlossen hatte, weit in den Norden zu fahren, insgesamt 400km in die Nähe von Birmingham, wo es ein grosses Museum der RAF gibt. Bisschen enttäuscht war ich schon, weil die Landschaft hier unten sensationell ist, aber was will man machen, wenns schifft? Der rote T3 auf dem Bild war ein Aargauer :slight_smile:

Ätsch, auch bei dem Wetter wird Glace gegessen!

400km weiter, ein paar Eindrücke aus dem RAF-Museum in Cosford

Da das Wetter wieder etwas besser wurde, bin ich dann weiter nach Südwales, mit Halt auf dem Long Mynd (Hügelzug).

Ein schnuckliges Kaff unterwegs:

Steil rauf zum Long Mynd, die Hochebene, die Aussicht und mein verlassener Schlafplatz

Noch so ein stylischer Dorfturm:

Die Strassen durch Wales (einen Sportwagen müsste man haben…)

Und dann die Ankunft am Hillend Camping am Rhossili Bay, wo ich 3 Tage blieb.

Noch mehr Wolkenkitsch

Die Dünen hinterm Camping

Rhossili Hill, eine traumhafte Gegend. Leider hab ich den Fehler gemacht, vom Camping raufzulaufen, was etwa 2 Stunden dauerte. Vom Dorf aus sinds knapp 20 Minuten.

Wieder mal etwas Modellsegeln…

Der endlose Weg nach Hause. Mit 10 kg sperrigem Gepäck, an dem der Wind zerrt…

Und noch das obligatorische Kitschfoto vom Abend

Rhossili von der Südseite

Natürlich habe ich mir dort noch ein Bad gegönnt. Waren ca 16° oder so.

Noch mehr Modellflieger. Der hier kam sogar aus auch Züri, was wir erst nach einigen Minuten Konversation auf Englisch feststellten :smiley:

Später dann in Portcawl. Und mein Nachtplatz im Nirgendwo…

Ganz in der Nähe liegt gleich der Bwlch, ein Pass, der unter Modellfliegern recht bekannt und beliebt ist. Bei ordentlich Wind kann man seine Segler bis zum Umfallen in der Gegend herumscheuchen.

Oh, war das nicht in den USA?

Das Wetter trieb mich nun wieder in den Süden Englands. Es bot sich an, auf dem White Horse Hill bei Westbury zu übernachten. Auf dem Parkplatz stand ebenfalls ein Camper mit Walliser-Nummer. Ein älteres freundliches Päärchen aus Lax, das mich zu einem Glässchen Wein einlud. Es wurden natürlich mehr Gläser und ein sehr gemütlicher Abend :slight_smile:

Überraschend, wie gross der Kalkstein-Gaul wirklich ist. Als Grössenvergleich sitzen 2 Leute überm Auge.

Dann, wieder an der Kanalküste ein Schlafplätzchen am Mill Hill bei Shoreham.

Eine dunkle böse Wolke, die sich über der Autobahn windet. Sachen gibts…

Da mittlerweile schon die britischen Schulferien anfangen, sind die Campingplätze im Süden langsam voll geworden. Einer der wenigen schönen Plätzen in Sussex ist die Housedean Farm bei Lewes/Brighton. Die waren schon ausgebucht, als ich ankam. Wie der Zufall wollte, war Daryl & seine Familie (im roten T3), die ich auf diesem Campingplatz ein Jahr zuvor kennengelernt hatte, auch dort zu Gast und ich durfte mich dann zu ihm auf den grossen Platz stellen :slight_smile: So gabs dann in der Ecke eine nette Büsslisammlung!

Immer wieder schön in der Gegend ist die Steilküste bei Eastbourne…

Wegen schlechten Wetters und einer Geburtstagsparty in London musste ich dann am nächsten Tag wieder rauf in den Norden. Hier die Brücke bei Dartford. Nordwärts fährt man im Tunnel unter der Themse durch, Südwärts über die Brücke.

Schlechtwetterprogramm war dann das Fliegermuseum im Duxford, wohl das grösste in Europa.

Bisschen enttäuscht war ich, dass die Halle der Amis gerade im Umbau war und die Exponate, darunter meine geliebte SR-71, sehr lieblos in eine Ecke gestellt wurde, wo man sie kaum bewundern konnte.

Cool auch die begehbare Werkstatt. Viele Flugzeuge in Duxford sind noch flugfähig.

Noch ein letztes mal fliegen…

…am Strand übernachten…

…typisch britische Dörfer und Pubs besucht, wie hier in Hastings…

…und noch ein nicht so schönes Erlebnis mit dem Bus gemacht. Ich wollte eigentlich abends einen Nachtplatz irgendwo in der Pampa suchen, musste auf einer dunklen Strasse wenden, und als ich grad quer zur Fahrbahn stand und schalten musste, ging plötzlich mein Motor aus, begleitet von einem Zischen (wie man es von LKW-Bremsen kennt). Uuups! Wiederanlassen? Fehanzeige. Na toll, morgen geht die Fähre und mein Bus ist futsch! Wollte ihn schon von der Fahrban schieben, hab dann aber nochmals versucht, ihn anzulassen. Nach einer Minute orgeln lief er dann plötzlich wieder! WTF! Schnell weg von hier, wieder in die Nähe der Zivilisation, wo auch Hilfe ist, wenn man welche benötigen sollte am Morgen. Somit habe ich die letzte Nacht in England hier verbracht, unweit Rye. Die Ursache war, wie sich daheim rausstellte, ein zu tiefer Leerlauf und ein defekter Leerlaufregler. Das Zischen? Fand ich nie raus.

Da die Zöllner in Frankreich streikten und dine Fährgesellschaft hopps ging (die, mit der ich eigentlich die Rückfahrt gebucht hatte…aber schnell Ersatz gefunden hatte), stauten sich die LKWs auf einer Spur der Autobahn über eine Länge von 70km! Unheimlich, an den vielen LKWs vorbeizufahren. Wider Erwarten war es für Autos und Vans kein Problem, in Dover auf die Fähre zu kommen. Dieses Jahr war übrigens auch wieder so ein Puff dort, als ich auf die Fähre musste.

Dieses Teil stand neben mir, als ich auf die Fähre wartete. Die waren unterwegs nach Spa in Belgien, wo ein grosses Käfer und Bustreffen stattfand. Hab mir noch überlegt, dort vorbeizuschauen, habs dann aber nicht gemacht.

Eine Fähre und mein Brexit…

Ja, alles klaro! :smiley:

Käfer überall, alle nach Spa unterwegs!

Zurück am schönen Rhein entlang, wie immer. Und die Bilderbuchlandschaft bestaunen.

Auch hier kann man nach Belieben mit der Fähre übersetzen. Das muss so etwa meine 10. Fähre gewesen sein in 4 Wochen.

Nachtplätze zu finden, ist hier nicht so einfach zur Ferienzeit. Wild geht schon grad gar nicht. Hab dann nach mehreren Anläufen einen eher abweisenden Campingplatz im Munchhausen im Elsass gefunden. Fand ich etwas trist. Bis mich eine Gruppe Dauercamper zu ihrem Vorzelt gewunken hat. Danach wurde es sehr lustig, bis spät in die Nacht! :smiley:

Da gerade so schön im Elsass gelegen, musste ich zum Abschluss der Ferien noch auf den Petit Ballon rauf und konnte noch etwas meinem anderen Hobby nachgehen.

Und dann waren die Ferien vorbei. Und wie immer wieder das komische Gefühl, wenn man nach 4 Wochen wieder in die Wohnung zurück kommt und in einem echten Bett schlafen muss :smiling_imp:

Hoffe, es war nicht zu viel und es hat jemandem gefallen.

Frohe Weihnachten euch allen!

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für Gelangweilte:
England 2013
England 2014

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