VW T3 LBX 1600 läuft nach Vergaser- und Zündverteilerwechsel nicht richtig

Hallo Leute

Ich habe bei meinem Bus einen revidierten Vergaser und Zündverteiler eingebaut. Trotz dem Handbuch („Jetzt helfe ich mir selbst“) bekomme ich den Motor gerade so im Leerlauf zum Laufen. Evtl. war es nicht so schlau, beides gleichzeitig zu wechseln, denn jetzt weiss ich nicht, woher welche Probleme kommen.

Den Vergaser habe ich so eingestellt, dass die Gemischschraube 2.5 Umdrehungen herausgedreht ist und die Leerlaufschraube 2 Umdrehungen draussen ist. Danach habe ich ihn gestartet und die Zündung erstmal nach Gehör eingestellt. Im Leerlauf habe ich ihn warm werden lassen und bin dann mit der Zündzeitpunktpistole ran.

Die elektronische Zündstabilisierung habe ich dabei überbrückt.

Nun verstehe ich das Konzept nicht wirklich und hoffe, ihr könnt mir helfen. Ich habe euch ein Video hochgeladen. Auf dem Video sieht man die blaue Markierung, die der 1600er auf dem Luftgitter hat. Auf der Scheibe selber habe ich die Kerbe weiss eingefärbt, damit man sie besser sieht.

Nun war ich der Meinung, dass beim 1600er-Motor die Kerbe bei leicht erhöhter Drehzahl mit der Markierung übereinstimmen muss. Das bekomme ich irgendwie nicht hin. Wenn ich die Kerbe und die Markierung auf eine Höhe bringe, säuft er mir fast ab. Versetze ich die Kerbe einiges nach links, geht die Drehzahl hoch. Erhöhe ich vorher selber die Drehzahl und stelle dann die Kerbe auf die Markierung – gehe danach wieder in den Leerlauf – stellt er ab. :face_with_spiral_eyes::face_with_spiral_eyes:

So komme ich nicht mal bis zum nächsten Profi. Kann ich das überhaupt alleine einstellen, wenn beides neu ist, oder was würdet ihr mir empfehlen? Danke euch für eure Hilfe.P.S Kann es sein das seid der Motorrevision die neuen Zylinder und Kolben einen Einfluss haben)

Hoi Jens

Mich dünkt die Strobo blitzt nicht so häufig wie der Motor zünden sollte. Liegt das an der Pistole oder am Zündverteiler selbst? Wenn du eine digitale hast, kannst du auch mal die anderen Zündkabel testen und die Zündpistole jeweils um 90° versetzt einstellen. So kannst du prüfen ob der Zündverteiler unrund läuft (was sehr häufig vor kommt und man dem Zündverteiler nicht ansieht und in der Hand auch nicht spürt).

Die Motordrehzahl sollte bei so 900 liegen. Das sieht im Video nebst dem unregelmässigen Blitzen eigentlich gar nicht so schlecht aus wenn der weisse Punkt zum blauen wandert.

Wenn der Zündzeitpunkt dann mal stimmt (bei 900 U/min weisser Punkt und blauer Deckungsgleich) und die Karre immer noch aus geht, ab dann kannst du am Vergaser arbeiten und alles richtig einstellen. Praktisch wäre ein CO Messgerät.

GRuss Jörg

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Danke für deine Hilfe. Dass man das Strobo im Video nicht so oft sieht, sehe ich auch, aber ich glaube, das liegt an der Bildwiederholrate der Kamera. Aber so richtig rund läuft er vom Ton her trotzdem nicht, oder?

Das mit dem 90-Grad-Versatz muss ich mir anschauen, wie man das einstellt. Ich versuche morgen mal alles, was du geschrieben hast.

Aber ist das normal, dass der Motor schneller dreht, wenn ich die Kerbe so weit vor die Markierung schiebe?

Ist normal das er höher dreht mit mehr Vorzündung bis an einen gewissen Punkt. Die Verbrennung hat dann mehr Zeit durchzubrennen und der Kolben ist in der optimalen Stellung (OT). Dadurch wird der Motor effizienter. (Mehr Leistung) Das selbe ist bei Vollast. Je mehr Vorzündung desto mehr Leistung. Bis er dann irgendwann Klopft/Klingelt. Und ich finde er läuft definitiv nicht schön. Aber mehr kann ich leider nicht dazu beitragen ich kenne die Vergaser nicht.

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Zeigt deine Strobo denn auch die Touren an?

Also wenn die Strobo regelmässig blitzt und du den Motor solide zwischen 850-900 Umdrehungen auf die Markierung einstellen kannst, dann kannst du an den Vergaser dran. Das mit den 90 Grad versetzt musst du nur machen, wenn du dem Zündverteiler nicht traust.

Wenn du mit über 900 Touren den Motor auf die Markierung setzt, dann geht er aus, weil er dann wegen der Trägheit immer weiter nach OT zündet.

Danke nochmals für eure Unterstützung. Ich habe gerade etwas Erschreckendes festgestellt. Ich glaube, die Kabel am Zündverteiler sind falsch eingesteckt.

Ich hatte mir alle Kabel und deren Position aufgeschrieben sowie fotografiert, wie sie ursprünglich gesteckt waren. Jetzt habe ich den Verdacht, dass der Bus vorher schon schlecht lief – nicht wegen des Verteilers oder Vergasers, sondern weil Zylinder 1 am falschen Ort gestartet hat.

Schaut euch bitte einmal die Bilder an.

Wen der Verteiler richtig montiert ist ist beim strich Zyl.1 Probiers einfach aus ob er besser läuft.

Jetzt startet er überhaupt nicht mehr. :face_with_spiral_eyes: Anscheinend kann das um 180 Grad verdreht sein, hab ich gerade was gelesen.

Ja wenn die Mitnehmerwelle 180° verkehrt eingebaut wird. Häufig verstehen “Motorenbauer” nicht, dass es zwei OTs gibt und die Welle im Arbeits-OT eingebaut werden muss. Wird auch in den Rep. Bücher nicht erwähnt…

Bei dir scheint es so zu sein. Zündreihenfolge 1-4-3-2 stimmt jedenfalls.

Somit muss es bei dir so sein wie vom Mechaniker eingesteckt; 180° verdreht.

GRuss Jörg

Und ich war bei einem VW Oldtimer Profi.:face_with_spiral_eyes: So was kostet echt Nerven.

Ich konnte die Zündung nun endlich korrekt einstellen. Ich musste zwar noch ein paar Mal nachjustieren, da der Motor wirklich gut warm sein muss. Danach konnte ich auch das Standgas entsprechend einstellen.

Bei der Gemischschraube habe ich aktuell einen Wert gefunden, mit dem ich gut fahren konnte. Ich werde heute aber nochmals eine Strecke mit Steigung fahren und schauen, bei welcher Einstellung ich die beste Leistung erreiche, indem ich immer wieder denselben Abschnitt fahre und den Wert anpasse.

Soweit der Plan. :sweat_smile:

Pass auf, dass er nicht zu mager läuft. Zu mager läuft er nämlich am besten, aber wenigsten lang :sweat_smile::face_with_peeking_eye:

Also mit der CO Schraube stellst du nur das Leerlaufgemisch ein. So viel Einfluss hat das nicht auf das Gemisch beim fahren. Oder sind die Vergaser speziell?!

Und wen er schön läuft im Leerlauf und der Übergang schön ist und er sich nicht verschluckt hätte ich keine Angst das es zu mager ist.

Ja das ist beim Vergaser fix anders als beim Einspritzer. Der Einspritzer misst ja die Luftmenge und spritzt entsprechend ein. Der Vergaser misst gar nichts sondern man bestimmt mit der Schraube das Gemisch über sämtliche Touren.

Ok ich kenne die Vergaser vom VW Bus nicht. Aber in der Regel läuft das über die Haupt und Leerlaufdüsen und mit der Schraube stellst du nur den Leerlauf ein. Die Schraube ist rein für de Leerlauf und hat im unteren Teillast noch einbisschen Einfluss.

Aber wen du das Gemisch mit einer Schraube einstellen kannst würde ich das definitiv nur mit einem CO Messgerät machen. Oder mit einer Breitbandlambdasonde.

Stimmt! Die CO Schraube ist nur massgebend im Stand und im “gleiten”. Sobald Last dran hängt ist sie praktisch irrelevant!

Wieder was gelernt, danke!

Hab jetzt den ganzen Vormittag getestet. Mit einem Schraubenzieher mit 90-Grad-Markierungen und einem Schreibblock, damit ich notieren konnte, bei welcher Veränderung ich was gemerkt habe.

Vorab noch als Info:
Ich habe seit der Motorrevision praktisch sämtliche Anbauteile gewechselt, weil der Motor teilweise bei sehr warmem Zustand, niedriger Drehzahl und mittlerer Last das Gas komisch angenommen hat und zu ruckeln begann. Das Ruckeln verschwand jeweils erst, wenn ich entweder mehr oder weniger Gas gegeben habe. Ich habe mehrere Mechaniker darauf angesetzt. Von Fremdluft, schwacher Zündung, falscher Zündung, kaputtem Vergaser, defektem Zündverteiler, Ansaugstutzen bis zu Dichtungen war alles dabei und wurde über drei Jahre hinweg für ein Vermögen ersetzt. …Ohne das der Fehler komplett weg war.

Ich habe den einfachen Vergaser des 1600er Motors. Solex 34 PICT-4 Die obere Schraube ist für den Leerlauf, die untere sollte fürs Gemisch sein. Ich habe das Ganze in viertel Umdrehungen getestet, fasse es aber mal zusammen:

Vom Start weg musste ich die Schraube etwa 3/4 Umdrehung reindrehen (magerer), bis ich überhaupt etwas bemerkte: unruhiger Leerlauf. Die Leistung war etwa gleich.
Nochmals eine halbe Umdrehung weiter rein = Leerlauf noch unruhiger, unter Last aber etwa gleiche Leistung.

Dann zurück auf den Ausgangspunkt und die Schraube rausgedreht (fetteres Gemisch). Bis zu einer ganzen Umdrehung raus habe ich gar keinen Unterschied gemerkt. Noch eine weitere Umdrehung raus, also insgesamt zwei Umdrehungen, ebenfalls kein merkbarer Unterschied. In dieser Einstellung bin ich dann trotzdem eine längere Strecke gefahren. Erstaunlicherweise trat bis jetzt kein Ruckeln mehr auf bei dem oben beschriebenen Grundproblem. Ob das Zufall ist, weiss ich nicht, da sich der Fehler bisher nie einfach reproduzieren liess und nur sporadisch, vor allem bei sehr warmem Motor, auftrat.

Fazit:
Was mich gewundert hat, ist, dass die Gemischschraube bei mir nicht so einen starken Einfluss auf das Fahrverhalten hat, wie ich erwartet hätte. Oder muss man da wirklich noch deutlich mehr drehen, bis man etwas merkt?

Ich teste jetzt auf jeden Fall mal weiter mit dieser Einstellung und beobachte, ob das Ruckeln nochmals auftaucht.

Danke für eure tolle Hilfe. Ich verzweifle seit Jahren und habe das Vertrauen in die Mechaniker weitestgehend verloren die an dem Bus dran waren.

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Heidiho,

Ohne Abgastester wirst du hier auch keinen Unterschied sehen, ausser dass dein Spritverbrauch steigt.

ich habe vergasereinstellung mal so gelernt:

Motor starten, Leerlaufschraube (gross) reindrehen bis der Leerlauf steigt.

Bei erhöhtem Leerlauf (1000-1200 Undrehungen) die Gemischschraube (klein) langsam reindrehen bis der motor anfängt anders zu klingen. Dann wieder eine halbe Umdrehung rausdrehen. Deiner Beschreibung nach, scheint dein Motor nicht schlecht eingestellt gewesen zu sein.

Anschliessend Zündung kontrollieren und Leerlauf wieder einstellen.

Das Ruckeln kann auch von Feuchtigkeit im Zündsystem kommen. Ev. Motorwäsche gemacht und Zündverteilerkappe nicht getrocknet, wär der Klassiker.

Oder ein dicker Schlüsselbund und ein ausgelutschter Zündschalter kam auch schon vor

Gruss Martin

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