Kurzfassung: VW T3, CU-Motor. Nach dem Einbau eines Ölkühlers hatte ich einen langen Ölfilter dran, stiess damit beim Rückwärtsfahren gegen einen Randstein, der Halter des Ölkühlers brach, Öldruck weg, Ölverlust, teure Abschleppaktion, Motor ausbauen müssen. Lerne: Kurzen Ölfilter verwenden (W712/54).
Liebe Bulli-Gemeinde
Endlich komme ich dazu, auch mal noch einen Erfahrungsbericht beizutragen. Vielleicht hilft meine Erfahrung ja jemandem.
Auf dem Weg nach Südfrankreich mit Frau und Kids übernachteten wir am Genfersee auf einem Park4night-Platz in den Reben. Beim Wegfahren am Morgen rollte ich rückwärts gegen einen Bordstein, was mir nicht mal auffiel. Jedoch ging die Ölwarnlampe an. Also angehalten, Ölverlust festgestellt, über die Versicherung einen Abschlepper aufgeboten. Nächste VW-Werkstatt, natürlich samstags, AMAG Lausanne und geschlossen. Ich fuhr mit dem Zug nach Hause (Waldshut-Tiengen, D), holte den PW und das Zelt, wieder nach Lausanne, Frau und Kids und das nötigste Equipment geholt, ab nach Südfrankreich. Ich hatte gehofft, dass vielleicht nur der Ölfilter gerissen war und ich den Bus auf dem Rückweg wieder mitnehmen könnte. Telefonate mit der AMAG, ergaben letztlich, dass der Motor ausgebaut werden müsse, was, wenn ich mich richtig erinnere, CHF 230.- pro Arbeitsstunde kosten würde. Also mietete ich einen Anhänger und ein Zugfahrzeug und holte den Bus in Lausanne ab.
Das gebrochene Teil war im Internet unschwer zu besorgen (hier mit dem Sandwich-Adapter für den Kühler fotografiert):
Folglich habe ich im Carport vor dem Haus den Motor ausgebaut. (Hier muss ich vielleicht dazu sagen, dass ich in einem früheren Leben Automechaniker gelernt habe :-)) Beim Zerlegen habe ich vorzu alles mit dem Handy abfotografiert. Um den Motor mit einem Palettrolli unter dem Bus hervor zu ziehen, musste ich den Bus noch etwas anheben. Das Getriebe blieb an den Antriebswellen unter dem Bus.
Wenn der Motor schon mal draussen war, habe ich Ventildeckeldichtungen, Kurbelwellendichtringe, Ölkühlerdichtringe, Motorlagergummis, Zündkerzen, diverse Kabel und Schläuche gewechselt. Hierfür hatte ich mir ein umfangreiches Dichtungsset besorgt. Kupplung war ohnehin noch fast neu.
Vergaser mussten für den Motorausbau runter. Die Ansaugstutzen habe ich mit sauberen Stofflappen verstopft.
Benzinschläuche habe ich bei dieser Gelegenheit auch ersetzt (Brandgefahr…).
Um das gebrochene Teil zu ersetzen, mussten der Lüfterkasten und Ölkühler weg.
Um den Flansch an der Kurbelwelle Lüfterseitig zu entfernen, damit ich den Wellendichtring ersetzen konnte, habe ich mir noch einen 3-Bein-Abzug in der Fahrradecke vom Obi geholt.
Auspuffkrümmer blieben am Motor. Auch habe ich die Zylinderköpfe nicht abgemacht.
Das gebrochene Teil:
Alle Luftleitbleche habe ich entfernt, gereinigt/entrostet und mit schwarzem Ofenlack vom Obi gesprayt. Es tat mir sehr leid, die Originale Farbe abzumachen und ersetzen, aber die war vielerorts nicht zu retten.
Bei den Luftleitblechen, Lüfterkasten, Lüfter, Keilriemen, etc. würde ich mir nächstes mal eine bessere Dokumentation der Reihenfolge machen, wie ich es herausnehme. Ich habe einige Schritte mehrmals gemacht, weil ich bemerkte, dass das eine oder andere Blech oder Teil da vorher noch hingemusst hätte.
Vor dem Wiedereinbau des Motors habe ich noch den Motorraum gereinigt und neu lackiert.
Alles drin, alles dran, läuft!
Kleine Ursache, grosse Wirkung. Aber viel gelernt und der Bus ist besser als vorher. Seither bin ich weitere Baustellen am Bearbeiten (Hinter Küche durchgerostet → Bleche beim Spengler ersetzen lassen, Küche raus, Gas-Tank ersetzt, Tacho-Zahnrad 3-D-printen lassen. Lackieren steht noch an). Evtl. folgen weitere Berichte.
Ich freue mich über Fragen oder Anregungen ![]()
Liebe Grüsse von ennet em Rhy
Jonathan






