Bodenplatte - Stärke / Material und mehr


#1

Hallo zusammen

Ich habe mich in euer Forum „verirrt“ :slight_smile: und habe schon einige hilfreiche Tipps gefunden, vielen Dank dafür!
Ich fahre keinen VW Bus im „klassischen“ Sinne, sondern einen Caddy Maxi (4Motion). Der Caddy wird ein Obergeschoss (Dachzelt) bekommen und soll unten etwas ausgebaut werden.
Er wird eine Bordküche erhalten und zudem eine Sitzgelegenheit (für 2 Personen), welche im Idealfall zu einem Notbett ausgebaut werden soll,
falls das Dachzelt mal nicht genutzt werden kann.

Wir möchten eine Bodenplatte installieren, auf welcher wir dann die Einbauten befestigen/verschrauben können. Und dazu habe ich nun einige Fragen. Ich weiss, es gibt bereits ein ähnliches Thema, dies ist allerdings schon etwas älter und hat meine Frage(n) nicht ganz beantwortet.

Die Bodenplatte wird mit den vorhandenen Befestigungsstellen befestigt.
Welche Stärke sollte eine solche Bodenplatte haben, damit sie genügend Stabilität bietet und auch Möbel darauf befestigt werden können?
Ich lese hierzu unterschiedliche Angaben, welche von 10mm bis 18mm gehen. Da wir im Caddy eine beschränkte Höhe haben, ist jeder Milimeter wertvoll :wink:
Die Holzplatte bekommt danach einen PVC Boden.

Und welches Holz wäre dazu empfehlenswert?
Auch hierzu lese ich unterschiedliches… von OSB3 Platten bis zu Siebdruckplatten.
Was hat welche Vor- und Nachteile?

Vielen Dank im Voraus für eure Hilfe!

Beste Grüsse
Jann/Rausreisser


#2

HAllo JAnn und wollkommen hier im Grossraum-Caddy-Forum

“Der” Standard sind 12mm Birke, bzw Siebdruck. Wird auch als Fahrzeugbauplatte vertrieben. Aber Deine Möbel ausschliesslich an der Bodenplatte zu befestiegen überfordert im Zweifel selbst das recht stablie Birkensperrholz. Auch die Überbrückung eines grösseren Hohlraumes kann schon nach einer Verstärkung verlangen, besonders, wenn es eine Auskrakung ist, wie bei einer Trittstufe.

Wenn Du Deine Möbel aber über Formschluss, Blindnietmuttern seitlich, Durchschrauben durch die Bodenplatte und den Fahrzeugboden, et cetera befestigst, kann es auch sein, dass Du mit 10mm Birke oder 12mm Pappel auskommst. Bei letzterem Material braucht es aber wiederum eine stabilere Auflage als PVC/Viniyl, wie z.B. Linoleum, damit Punktlasten ein wenig verteilt werden.

Zum Befestigen an der Birkensperrholzplatte ist es aber zusätzlich zu den genannten Massnahmen auch schon Ratsam mit Einschlagmuttern zu arbeiten. Ausserdem kann es helfen statisch bestimmte Möbelkorpi auszubilden, Eckverbindungen nach Möglichkeit konstruktiv nicht auf Biegung zu belasten, Verschraubungungen auf Schub, statt auf Zug,…

OSB ist entgegen mancher Verkäuferauskunft nicht sonderlich tragfähig. Noch schlimmer wären nur Spanplatte oder MDF. Die sind dann soagr auch noch schwer und wasserempfndlich.

Gruss
T4J

p.s.:

15mm** OSB3 wiegt ---------------10.5kg/qm ----- Quelle holzsteiner.ch

12mm Birkensperrholz wiegt ------ 8.4kg/qm ----- Quelle holzsteiner.ch

12mm Französische Seekiefer — 7.2kg/qm ----- Quelle holzsteiner.ch

12mm Pappelsperrholz*** ----------- 5.0kg/qm ----- Quelle holzsteiner.ch

.

*** Pappelsperrholz ist nur mit schwerer Auflage sinnvoll, siehe oben, wegen der Empfindlichkeit gegen Punktlasten, von der Tragfähigkeit in Plattenebene bei flächiger Lasteinleitung her, aber im Verhältnis zur Dichte am tragfähigsten von allen obigen Materiealien.

** selbst in 15mm Stärke dürfte die OSB Platte weniger Lasten aufnehmen können als eine 12mm Birkensperrholzplatte.- das gilt besonders senkrecht zur Plattenebene.

p.p.s.: Wenn es möglichst einfach gehen soll - im Sinne von, mit möglichst wenig konstruktivem Nachdenken, dann wird es den Belastungen bei eine Unfall womöglich nicht standhalten, egal welche Platte. Ein paar Balloonframe Spontaneinbauten einfach mit ein paar mehr Winkeln auf ne etwas dickere Platte “runterspaxen” ?
Das reicht für die Fahrt vielleicht, aber nicht für den Aufprall. Bei Tempo 30 im Fontalaufprall haben wir bereits 20g. D.h. ein Gegenstand der eben noch 10kg wog macht sich mit der Kraft von 200kg auf den Weg nach vorne,…wenn man sich dann überlegt, dass Einbau und Urlaubsladung gerne in der Grössenordnung vonn 500kg liegen und mehr, dann,…gibt das multipliziert mit uuups.


#3

Vielen Dank, @T4_AAC_Junkie T4J!

12mm kommt mir schon mal entgegen :wink:
Gut auch zu wissen, dass OSB3 nicht die Beste Wahl wäre, auch wenn wir damit vermutlich etwas weniger Gewicht reinbauen würden.

Einen Hohlraum muss ich mit der Bodenplatte glücklicherweise nicht überbrücken, die Triffstufe werden wir “auslassen”.

Wie wir die Möbel befestigen, ist noch nicht ganz klar… am liebsten so einfach wie möglich :slight_smile:

Gruss
jann


#4

Danke dir!
Dachte, dass OSB leichter ist - aber umso besser!

Ist mir bewusst, dass ich die Einbauten sinnvoll sichern muss, damit mir das Zeugs nicht um die Ohren fliegt, sollte es mal zu einem Aufprall kommen!
Aber wie genau wir das lösen, ist noch nicht klar. Haben aber auch noch ein bisschen Zeit :wink:

Eine doofe Frage:
Jumbo führt auf:

  • Siebdruckplatte Birke (12mm = CHF 58.50/m2)
  • Sperrholz Birke BB/BB (12mm = CHF 44.00/m2).

Weisst du, wo da die Unterschiede sind und welches zu bevorzugen wäre?


(Kerim) #5

Hei Jann

Der Unterschied ist wohl vor allem die Beschichtung, die Siebdruckplatte ist deutlich resistenter gegen Feuchtigkeit und und Kratzer.
Wenn du einen Bodenbelag planst, der das unbehandelte Sperrholz schützt, dann kannst du das rohe Sperrholz nehmen, sonst würde ich zur Siebdruckplatte greifen.

Je nach Mass der gesuchten Siebdruckplatte ist es nicht ganz einfach eine zahlbare zu erhalten (ab 1500x3000 wird es schwierig, da bekommst du unter CHF 350.- nirgends eine, sonst freue ich mich über einen Tipp). Falls du keine Maxigrösse benötigst, dann ist die Platte im Hornbach die günstigste Variante.

Ich habe bei mir eine Siebdruckplatte in 12mm Stärke verbaut und mit Blindnietmuttern auf den Boden geschraubt. Die wenigen Möbel, die ich habe sind darauf mit M8 Schrauben und Einschlagmuttern befestig. Bei einem Aufprall würde meine Konstruktion evtl. nicht standhalten, aber ich habe noch eine Trennwand zur Fahrerkabine und hinten keine Sitze eingetragen. Deshalb gehe ich das Risiko ein. Sonst würde ich die Bodenplatte durch den Boden mit einem verstärkenden Stück verschrauben (analog der originalen Sitz- und Ösenbefestigung beim T4).

Gruess Kerim


#6

Hey @kerbar

Vielen Dank!

Da wir einen PVC Boden drauf machen wollen, würde uns dann wohl die unbehandelte Sperrholzplatte ausreichen.

Die normale Grösse sollte ausreichen - ein Caddy Maxi ist doch ein gutes Stück kleiner :wink:
Benötige 1310 x 1960.

Danke und Gruss
Jann


(Kerim) #7

Hei Jann

Klar, bei einem Caddy Maxi hast du keine Probleme mit der Plattengrösse, daran hatte ich gerade nicht gedacht. :wink:

Mit dem PVC Boden ist das unbehandelte Sperrholz die günstigere Variante.

Gruess Kerim


(Beni von Wartburg) #8

Ich würde nur darauf achten, dass das Holz wasserfest verleimt ist. Trotz PVC-Belag kann immer an den Kanten (z. B. bei den Türen) Wasser eindringen.