E-Bulli oder E-Fuel?

Hallo in die Runde
Ich verfolge das Umrüst-Thema auf Elektroantrieb auch schon lange. Was mich wundert ist die Tatsache, dass die total spannende Alternative der CO2-neutralen synthetischen Treibstoffe bisher im Forum noch kein Thema waren. Dies sei hiermit lanciert und es würde mich seeeehr interessieren, wie ihr dieses wenig bekannte Thema seht!

https://www.moto.ch/e-fuels-aus-abgas-wird-kraftstoff/

Christian

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Hallo zurück!
Berechtigte Frage. Somit muss natürlich am Motor nichts gemacht werden und das Feeling beim Fahren bleibt erhalten.
Von mir aus gesehen für Pkws keine gangbare Lösung da dies sehr ineffizient ist. Elektrolyse hat einen Wirkungsgrad von zwischen 60 und 85%. Dann hast du mal Wasserstoff, aber noch kein Synkraftstoff. Beim Synthetisieren wird wohl nochmals Energie verloren gehen. Und zu guter Letzt verbrennst du den Treibstoff in einem Motor mit 22-25% Wirkungsgrad. Also insgesamt 13.2% - 21.25% Effizienz von Strom zu Rad. Was an sich kein Problem wäre, hätte man Erneuerbaren Strom im Überfluss. Haben wir aber nicht.

Zum Vergleich: bei einem E-Fahrzeug liegt die Effizienz Strom -> Rad bei ca. 80%. Im Vergleich zum Betrieb mit Syntreibstoffen ist ein Batteriefahrzeug also ungefähr 4x effizienter!

LG David

@Suizo36 Da hast du vollkommen recht. Das ist der aktuelle Zustand mit den Wirkungsgraden. Heisst im Umkehrschluss, dass E-Antrieb nur noch maximal 19% an Effizienz zulegen kann, das aber vermutlich ein enorm hohen Aufwand (Forschung und Kosten) darstellen wird, dort noch wesentlich effizienter zu werden. In der Synth-Kraftstoffherstellung kann ich mir gut vorstellen, dass da noch mehr drin liegt mit relativ weniger Aufwand. Aber trotzdem hat man am Ende einen Verbrennungsmotor mit niedrigerer Effizienz als ein E-Motor.
Was aber das vielleicht! das alles schlagende Argument sein wird/werden kann ist tatsächlich, dass der Abbau von seltenen Erden, Lithium und anderem Schnickschnack für E-Speicher minimiert werden kann. Aber das würde man dann sehen. Und die im Artikel angesprochene Autonomie gegenüber Rohöl wäre natürlich auch wesentlich geringer sofern sich ein Land dafür entscheidet (oder Unternehmen) Synth-Kraftstoffe zu produzieren. Heisst, man könnte theoretisch einfach irgendwo im Glarnerland oder meinetwegen bei mir in Fällanden diese Synthkraftstoffe herstellen. Finde das eigentlich eine sehr schöne Lösung.
Die Frage wäre noch inwiefern der Wasserstoffantrieb dem ganzen ein Schnippchen schlagen würde, da ja auch Wasserstoff in grossen Mengen produziert würde, was man theoretisch auch direkt nutzen könnte…

Find ich super und wird langfristig wohl auch Zukunft haben.

Meine Vision:

  • Elektroautos für Pendler
  • E-Fuel wird Normalbenzin und Diesel ersetzen
  • Wasserstoff - Brennstoffzelle wird ein Nischenprodukt bleiben, ähnlich den Gasbetriebenen Autos und dem Wankel-Motor

Wir werden sehen, auf jeden Fall spannend!

GRüsse Jörg

Wasserstoff hat den grossen Vorteil, dass man ihn mit erneuerbaren Ernergien erzeugen kann, wenn diese sonst grad nicht gebraucht werden. Er lässt sich dann auch wunderbar speichern.

Wasserstoff zu “erzeugen” ist aber verhältnismässig sehr energieaufwendig.

Die Energie die vom Windrad, Wasserkraftturbinenrad oder der Photovoltaik relativ direkt per Leitung und Akku den Elektromotor im Auto erreichet ist wirkungsradmässig immer im Vorteil gegenüber dem Umweg über den Wasserstoff, der ja nicht nur “erzeugt”, sondern auch noch tranportiert werden und dann wieder per Brennstoffzelle umgwandelt werden will.

Wenn ich auf den Umweg über den Wasserstoff den Umweg über E-Fuel und den unglaublich ineffizienten Verbrenner draufsetze wird es nicht besser.

G T4J

power to gas oder power to liquid wird sicher noch ein thema. leider ist der wirkungsgrad relativ bescheiden. also wird sich das z.b da lohnen wo sonst ein windkraftwerk abgeschalten werden müsste.
und einen synthetischen treibstoff in einem verbrennungsmotor verbrennen ist wirkungsgradtechnisch auch übel (70% verlust)

ich finde batterie elektrische autos funktionieren bereits heute in der praxis und sind einfache, wartungsarme, langelebige systeme.

für saisonale speicherung, oder um enegieüberschüsse nutzen zu können machen die Power to gas, oder Power to Liquid sinn.

gruss
siegi

Schlussendlich hat in der Menschheitsgeschichte noch nie der Wirkungsgrad über eingeführte Technik entschieden, sondern immer nur der bequeme Aspekt. Und darum wird wohl der Umstieg auf E-Fuel der bequemste Weg für Nutzer sowie Hersteller und Vertriebler sein.

Nur schon die Tatsache dass es bei den Elektroautos, welche in der Zeit des vernetzten Internetes entstanden sind, min. 3 verschiedene Stecker und Ladesysteme gibt ist doch lächerlich!

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Bist Du Dir da in dieser Absolutheit ganz sicher …wirlich noch nie…?

und

Und also auch in der Zukunftsprognose genauso absolut …wirlich immer und nur…?
.
.

Zumal das ganze Thema ja nicht “nur” aus Bequemlichkeit überhaupt erst “in Mode” kommt.

G T4J

Ich bin ein Mensch. Der ist sich nie absolut sicher und immer und nur hats auch noch nie gegeben :slight_smile:

Mein Alltagsauto ist ein Ford mit Flexfuel Engine. Das heisst das ich mit 85% Ethanol welches aus Holzabfällen hergestellt wird herumfahre. Für mich eine sehr gute Alternative, ist natürlich nur zu 85% CO2 neutral. Du kannst im Notfall wenn du keine E85 Tankstelle findest immer auf Benzin wechseln.
Mit E85 kannst du theoretisch auch mit dem Vw Bus fahren. Es muss nur das Gemisch etwas fetter eingestellt werden und die Kraftstoffschläuche müssen E85 tauglich sein.
Ich habe immernoch ein Projekt im Hinterkopf das ich meinen T3 mit Cu auf Einspritzung umbaue und anschliessend mit E85 betreibe.

Wasserstoff wird meiner Meinung nach nie eine Zukunft haben. Auch wenn in der Herstellung der Wirkungsgrad verbessert werden könnte ist es keine Alternative. Wasserstoff ist explosionsartig selbstentzündlich. Es wird sich daher nie wirklich durchsetzten können da die entsprechende Infrastruktur um das Fahrzeug zu Tanken und der Fahrzeugtank selbst vollkommen geschlossen sein muss das das Gas nie mit Sauerstoff in Verbindung kommt.

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Auch, wenn es für 99,9 Prozent der alltäglichen Fortbewegungsbedürfnisse unter dem Strich keine ganz so “CO2-neutrale” Lösung sein mag, wie man es gern hätte, so ist es vielleicht für diejenigen etwas, die nur zwei, drei mal im Jahr Ihr historisches Schätzchen für eine Ausfahrt aus der Schatulle holen ?

G T4J

für oldtimer und nur sporadisch bewegte fahrzeuge ist das sicher eine gute option. ev ist der synthetische sprit auch stabiler wie das zeugs was man heute tankt. das kippt ja relativ schnell und wird zum problem für solche fahrzeuge.

gruss
siegi

du glaubst dein ethanol wird aus holzabfall hergestellt…???

die produktion von ethanol aus zellulose haltigen stoffen (holz) ist noch ganz am anfang.
das ethanol das heute an den tankstellen erhältlich ist, wird meist aus lebensmitteln hergestellt
(wie mais, getreide, kartoffeln, zuckerrohr, zuckerrübe)

ob es sich die menschheit leisten kann, seine lebensmittel in sogenannten bio-ethanol zu verarbeiten und im auto zu verbrennen, kann jeder für sich entscheiden…:speak_no_evil::see_no_evil::hear_no_evil:

https://www.unendlich-viel-energie.de/mediathek/grafiken/wie-wird-bioethanol-hergestellt

Ja mein E85 das ich tanke wird aus Holzabfällen hergestellt, dies ist aber nicht überall bei allen Tankstellen so da hast du recht.

Ich tanke bei Agrola, diese schreiben folgendes:
Als Rohstoff für das bei AGROLA angebotene Bioethanol werden ausschliesslich Holzabfälle verwendet.

https://www.agrola.ch/de/mobilitaet/tankstellen-ladestationen/produkte-infos/e85.html

das finde ich super, danke für die information👍🏼

ist eben leider nicht überall der fall…